Aglaée Degros baut Städte

Forscherin Aglaée Degros von der TU Graz beschäftigt sich mit Städten. Sie untersucht, wie Gebäude angeordnet sind und wie viel Platz es zum Beispiel für Straßen, Parks oder Flüsse gibt.

Städtebauerin Aglaée Degros erforscht die Zwischenräume auf dem Land und in der Stadt und das, was in ihnen passiert. Vor allem die Pandemie des vergangenen Jahres hat die (Wohn-)Bedürfnisse der Menschen verändert.

Städte und Wohnraum

Die vielen Ausgangssperren und Einschränkungen während der Corona-Pandemie haben die Bedürfnisse der Menschen verändert, was ihre Wohnungen und ihre Nachbarschaft betrifft. Aglaée Degros sagt: „Heute wird der Platz in der Stadt zum großen Teil von Autos genutzt. Es gibt Straßen und Parkplätze, die sehr viel Platz brauchen. Aber die Menschen wollen wieder mehr Natur in ihrer Nachbarschaft haben.“

Sie findet, dass der Platz besser ausgenutzt werden muss. Wo bereits Häuser stehen, soll dichter und höher gebaut werden. Dafür soll mehr Platz für Parks, Wiesen und Bäume frei bleiben. „Das ist auch deshalb wichtig, weil Beton im Sommer viel heißer wird und Bäume die Stadt kühlen.“

Vernetzung und Mobilität

Wichtig ist auch, eine gute Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Land in die Stadt zu haben. So können Menschen einfach am Land wohnen und in der Stadt arbeiten, ohne mit dem Auto fahren zu müssen und ohne dass die Kleinstädte am Land verschwinden. Ein gutes Beispiel ist Wiener Neustadt, das eine kleine Stadt ist, die sehr gut mit der Großstadt Wien verbunden ist. Ein anderes Beispiel sind die drei kleinen Städte Dornbirn, Bregenz und Feldkirch in Vorarlberg, die ebenfalls sehr gut vernetzt sind.

Man kann eine Stadt als Ansammlung von Gebäuden denken, aber auch als Netzwerk der Räume, die zwischen den Gebäuden liegen: Wasser, Natur, Mobilität.

Sehr wichtig für die Infrastruktur in den Städten ist Degros auch, dass es wieder mehr kleine Geschäfte in der Nachbarschaft und nicht nur große Einkaufszentren am Stadtrand gibt. „Die Menschen können dann wieder zu Fuß zum Bäcker gehen und müssen nicht mit dem Auto zu einem Supermarkt fahren“, sagt Aglaée Degros. Eine gute Nahversorgungsstruktur bringt viel Lebensqualität mit sich.

Architektin Aglaée Degros
© Lunghammer – TU Graz

Über den/die Forscher*In

Aglaée Degros ist Architektin und Stadtplanerin. Sie leitet das Institut für Städtebau an der TU Graz.