Alte Elektrogeräte wieder in den Verwertungskreislauf bringen

Warum Elektrogeräte, die nicht mehr benutzt werden, oft jahrelang in den heimischen Haushalten aufbewahrt werden.

Forscher*innen des Instituts für Abfallwirtschaft erheben in einer Umfrage, warum Elektrogeräte, die nicht mehr benutzt werden, oft jahrelang in den heimischen Haushalten aufbewahrt werden. Ziel ist es, diese wieder dem Verwertungskreislauf zuzuführen.

Umfrage

Es gibt sie wohl in den meisten Haushalten – die ausrangierten Elektrogeräte, die in Schubladen, Schränken und Abstellräumen ihre letzte Ruhe gefunden haben. Am Institut für Abfallwirtschaft (ABF) der Universität für Bodenkultur Wien geht man nun in einer aktuellen Umfrage der Frage nach, warum die alten Föns, Handys oder Handmixer nicht in den Wiederverwendungs- oder Verwertungskreislauf gelangen, wie viele Geräte noch funktionstüchtig sind und welche Menge an Rohstoffen ungenutzt bleibt.

„Es braucht das Bewusstsein, dass die nicht mehr benutzten Elektrogeräte eine wichtige Rohstoffquelle im Sinne der Kreislaufwirtschaft darstellen“, betont Dipl.-Ing. Maximilian Pamperl vom ABF. Nach einer gewissen Nutzungsdauer werden die Elektrogeräte meist ersetzt, weitergegeben oder entsorgt. Manche Elektrogeräte werden jedoch über Jahre in den Haushalten gelagert, obwohl sie nicht mehr verwendet werden und mitunter noch funktionieren würden. Pro Jahr kommen in Österreich rund 80.000 Tonnen Elektroaltgeräte in die Sammlung, welche Mengen ungenutzt in den Haushalten bleiben, soll nun erstmals erhoben werden.

Vergessene Reservegeräte

„Wir wollen mittels der Umfrage auch herausfinden, warum diese nicht mehr benötigten oder gar defekten Elektrogeräte weiterhin aufbewahrt werden“, erläutert Pamperl die Zielsetzungen der Erhebung im Rahmen des EU-Interreg-Projekts CEWA (Circular Economy of Waste). Studien aus anderen Ländern lassen vermuten, dass häufig schlicht und einfach vergessen wird, dass es das Gerät noch gibt. Ein weiterer Grund, der insbesondere für das Aufbewahren von Handys gilt: Die Besitzer*innen heben sie als Reserve auf. Pamperl: „Gerade bei Mobiltelefonen wird häufig ein neues Modell gekauft, obwohl das alte noch funktionstüchtig ist und deshalb nicht weggegeben wird.“

Ungenutzte Rohstoffquelle

Die Rohstoffe, die aus den Elektrogeräten gewonnen werden können, sind wertvoll und reichen von Kupfer, Aluminium und Eisenmetallen bis zu Palladium, Silber und Gold. Diese Schätze gilt es zu heben. Die Ergebnisse der Umfrage sollen dazu dienen, gezielte Maßnahmen zu entwickeln, um nicht mehr genutzte Geräte schneller in den Kreislauf der Wiederverwendung und Verwertung zu bekommen.

Maximilian Pamperl
© BOKU Jakob Vegh

Über den/die Forscher*In

Maximilian Pamperl ist wissenschaftlicher Projektmitarbeiter am Institut für Abfallwirtschaft, wo er sich seit 2017 dem Thema Abfallvermeidung, insbesondere von Elektrogeräten und Lebensmitteln widmet. Im Rahmen des Studiums Umwelt- und Bio-Ressourcenmanagement an der Universität für Bodenkultur Wien spezialisierte er sich auf den Fachbereich Abfallwirtschaft und hat sich bereits in seiner Diplomarbeit mit Sammelsystemen von Mobiltelefonen (u.a. „Ö3-Wundertüte“) befasst.