Arsen und Babyhäubchen

Damit Reis noch gesünder wird: Chemiker*innen der Universität Graz ist es gelungen, den Arsengehalt in Reis, der speziell für Kindernahrung verwendet wird, zu senken.

Arsen im Reis

Im Hollywoodklassiker „Arsen und Spitzenhäubchen“ oder bei Agatha Christie hat das chemische Element eine mörderische Funktion, Detektive sind gefragt. Spürsinn besitzt auch Jörg Feldmann, Umweltchemiker an der Universität Graz. Denn Gift in Lebewesen und Nahrung sind seine Spezialität. So hat der Forscher mit Kolleg*innen die Grundlagen dafür geschaffen, dass die EU einen maximalen Grenzwert von Arsen im Reis gesetzlich festgeschrieben hat. Für Kleinkinder gelten ganz besonders niedrige Werte.

Die Folge: „Hochqualitativer Rohstoff ist vor allem für Babynahrung stark nachgefragt, aber schwer zu bekommen“, bestätigt Feldmann. Daher stellten Wissenschafter*innen der Uni Graz, der University of Aberdeen (UK) sowie der Lilongwe University of Agriculture and Natural Resources (Malawi) Überlegungen an, die giftige Substanz in einem der weltweit wichtigsten Lebensmittel zu reduzieren. 

überflutete Reisfelder
Überflutete Reisfelder ändern die chemische Formel von Arsen © Pixabay

Weniger Schadstoffe

So wissen die Forscher*innen, dass unter anderem die Anbaumethode über das Auftreten des toxischen Arsens entscheidet. „Wenn man ein Reisfeld flutet, ändert Wasser im Boden die chemische Formel der Verbindung“, erklärt Feldmann. „Arsenat wird zu Arsenit, das von der Pflanze anders und bevorzugt auf landwirtschaftlichen Flächen aufgenommen und im Korn gespeichert wird.“

Im Zuge einer Studie in Malawi (Südostafrika) versuchten die Chemiker*innen, diesen Prozess zu beeinflussen. Bei den Reissorten Kilombero und Faya reicherten sie die bewässerten Ackerflächen mit granulierten Eisenspänen an. Feldmann: „Wir haben festgestellt, dass Arsen sich mit dem Eisen verbindet. “Der Effekt: Die Konzentration des Schadstoffs konnte um 80 Prozent gesenkt werden. Und als positive Begleiterscheinung ging auch der Gehalt von Cadmium, ebenso toxisch, um ein Drittel zurück – ohne Ernteeinbußen, wie der Forscher anmerkt.

Feldmann
© Uni Graz

Über den/die Forscher*In

Umweltchemiker Jörg Feldmann war lange an der schottischen Universität in Aberdeen tätig, seit kurzem ist er Professor an der Universität Graz. Feldmann verfolgt die Spuren toxischer Elemente in Lebensmittel und in der Natur.