Die Stechmücke Aedes-albopictus

Asiatische Tigermücke wird in Tirol heimisch

In Österreich sind rund 50 Stechmückenarten bekannt – und es kommen neue potenziell invasive Arten hinzu: In Tirol verbreiten sich mehrere ursprünglich aus Asien stammende Stechmückenarten. Damit steigt auch das Risiko für die Übertragung gefährlicher Viren wie Dengue, Chikungunya und Zika.

Laut Forscher*innen der Vetmeduni Vienna gibt es erste Anzeichen dafür, dass sich die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) in Westösterreich etabliert, also in Tirol überwintert und nicht jedes Jahr neu eingeschleppt wird. Mittels sogenannter Ovitraps (Vorrichtung auf der Mücken ihre Eier ablegen) konnten die WissenschaftlerInnen zeigen, dass die asiatische Tigermücke bereits in Tirol überwintert. Neben der japanischen Buschmücke (Aedes japonicus) wurden zudem auch erste Nachweise für das Vorkommen der koreanischen Buschmücke (Aedes koreicus) gefunden.

Autobahnen als Eintrittspforten

Die Verbreitung dieser Stechmücken haben die ForscherInnen im Rahmen des wissenschaftlichen Mückenüberwachungsprogramm im Jahr 2018 entlang von Autobahnen sowie in städtischen und ländlichen Gebieten untersucht. Gebietsfremde Mückenarten werden vor allem durch den Gütertransfer eingeschleppt und „fahren“ auch mit dem Auto mit. Sowohl die asiatische Tigermücke als auch die japanische Buschmücke wurden entlang von Autobahnen und städtischen Gebieten in Ost- und Nordtirol dokumentiert. Zudem wiesen die WissenschafterInnen die koreanische Buschmücke in Osttirol erstmals nach.

Überwachung der neuen Mückenarten essenziell

„Der Nachweis dieser Stechmückenarten ist für die Bevölkerung, für die öffentliche Gesundheit und für die relevanten Entscheidungsträger von großer Bedeutung. Vor allem die asiatischen Tigermücken können gefährliche Krankheitserreger wie Dengue, Chikungunya und Zika übertragen. Einheimische Stechmücken sind dazu nicht in der Lage. Zudem treten die neuen Stechmückenarten in großen Massen auf und können auch tagsüber stechen“, so Hans-Peter Führer vom Institut für Parasitologie der Vetmeduni Vienna und empfiehlt eine dringend eine fortlaufende Überwachung der neuen Mückenarten.

Der Artikel „Monitoring of alien mosquitoes in Western Austria (Tyrol, Austria, 2018)“ von Hans-Peter Führer, Ellen Schöner, Stefanie Weiler, Bita Shahi-Barogh, Carina Zittra und Gernot Walder wurde in PLOS Neglected Tropical Diseases veröffentlicht.

Hans-Peter Führer
© M. Bernkopf/Vetmeduni Vienna

Über den/die Forscher*In

Hans-Peter Führer ist Parasitologe und seit 2012 an der Veterinärmedizinischen Universität Wien am Institut für Parasitologie tätig. Er beschäftigt sich vorwiegend mit Dipteren wie Stechmücken und von diesen übertragenen Krankheitserregern. Sein Team arbeitet im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung geförderten Forschungsprojekts – Austrian Barcode of Life – an der Erstellung einer genetischen Barcode-Referenz Datenbank von Zweiflüglern wie Gelsen.