„Auf dem Weg bleiben“ – Lernhilfe für Studierende

Mit Hilfe des Digitalisierungsprojekts „OnTrack – auf dem Weg bleiben“ sollen Studierende in ihrem Fortkommen positiv motiviert und Prüfungsblockaden überwunden werden.

Die Psychologin Eva Jonas von der Universität Salzburg leitet das Projekt, das aus Mitteln der Initiative „Digitale und soziale Transformation in der Hochschulbildung“ des Bundes mit 900.000,- Euro unterstützt wird.

Geringe soziale Kontakte und wenig Unterstützung beim Studium führen oftmals zu Studieninaktivität. Mut- und Lustlosigkeit macht sich breit, Studierende isolieren sich immer stärker. „Junge Menschen, die sich in so einer Negativspirale befinden brechen ihr Studium nicht selten frühzeitig ab. Sie fühlen sich nicht gut genug und zweifeln daran, ob sie ihr Studium jemals schaffen können“, sagt die Psychologin Eva Jonas von der Universität Salzburg. Inaktivität, Studienverzögerungen oder gar Abbruch können viele Ursachen haben. Ein Grund könne sein, dass sich Studierende in ihrem Studium nicht wohl fühlen, so Jonas. Das treffe in besonderem Maß auf jene zu, die sich nicht mit der akademischen Welt identifizieren könnten. „Wer im Freundeskreis oder in der Familie Vorbilder hat oder weiß, dass er jemanden fragen kann, wenn es Probleme gibt, tut sich wesentlich leichter als jemand, der keinen Ansprechpartner für seine Probleme hat“.

Mit dem Projekt On Track will die Wissenschaftlerin die Zugehörigkeit zum Studium und auch die Identifikation damit stärken, indem der soziale Kontakt zwischen Studierenden unterstützt und der Austausch mit Rollenmodellen gefördert wird. „Wir wollen unsere Studierenden motivieren auf dem Weg, also „on track“ zu bleiben“. Im Rahmen eines speziell auf das eigene Studienfach zugeschnittenen Mentoringprojekts werden digitale Tools eingesetzt und weiterentwickelt, um die Studierenden gezielt zu begleiten. Durch den Einsatz digitaler Techniken erhalten sie die Möglichkeit, sich besser zu vernetzen und so Unterstützung zu bekommen. „Wir wollen eine Community Network Plattform schaffen.“ Das hilft ihnen nicht nur in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung, sondern erhöht auch ihre Chance auf Studienerfolg. Jonas setzt mit ihrem Team fort, was sie schon seit 10 Jahren betreibt:  Studierende durch das Studium zu begleiten und hierzu immer wieder aus der Grundlagenforschung heraus Unterstützung für die Praxis zu entwickeln.

Nun soll diese Begleitung und Hilfestellung durch On track ausgeweitet werden, und zwar für die Fächer Rechtswissenschaften, Recht und Wirtschaft, Pädagogik und Lehramt.   „Dabei schauen wir uns beispielsweise an, welche Lehrveranstaltungen am schwersten zu bewältigen sind“. Diese Lehrveranstaltungen werden digitalisiert, wodurch Studierende die Möglichkeit haben, sich die Inhalte in Ruhe durchzusehen. Unterstützt sollen die digitalisierten Lehrveranstaltungen durch Onlinetrainings oder Seminare werden, um Arbeitstechniken zu erlernen und ihr Selbstmanagement zu verbessern. Weiters planen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Coachings für die Vorbereitung von Klausuren oder auch zur Organisation des Studienalltags einzuführen. „Mit dem Lerncoaching, das wir bereits bei vielen Studierenden angewandt haben, konnten wir erstaunliche Erfolge verzeichnen“, sagt Jonas. Manche schafften plötzlich wesentlich mehr Prüfungen und bekamen auch noch gute Noten.

© Kolarik

Über den/die Forscher*In

Univ.-Prof. Dr. Eva Jonas ist Sozialpsychologin am Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg. Sie befasst sich u.a. mit Informationsverarbeitungsprozessen, die das Verhalten in sozialen Interaktionen prägen. Jonas erläutert vielfach den Umgang mit Bedrohungen und analysiert Beratungsformate wie Coaching, Mentoring, Supervision und Mediation.