Biomarker für verbesserte Diagnostik

Wie Ausscheidungen von Pilzen Diagnosen und Behandlungen verbessern können.

Jährlich sterben rund 1,5 Millionen Menschen an einer Pilzinfektion. Eine insbesondere für Personen mit einem geschwächten Immunsystem lebensbedrohliche Infektion entsteht durch den Schimmelpilz Aspergillus fumigatus. Bei einer Infektion mit diesem Schimmelpilz ist vor allem die Lunge betroffen. Die Diagnose und Behandlung einer solchen Aspergillose ist nach wie vor eine Herausforderung.

Mehrwert für Patient*innen

Am Institut für Molekularbiologie der Medizin Uni Innsbruck wurde das Siderophor-System erstmals auf molekularer Ebene charakterisiert. Siderophore, griechisch für Eisenträger, sind kleine Moleküle, die von Pilzen ausgeschieden werden, um Eisen zu binden. Dieses System wird in Innsbruck maßgeblich erforscht und es konnte erstmals aufgezeigt werden, dass es essentiell für die Schädlichkeit von Pilzen ist. „Uns geht es aber nicht nur um die Beschreibung der Grundlagen, von unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen sollen auch Patientinnen und Patienten profitieren“, erklärt Hubertus Haas, Leiter des Instituts für Molekularbiologie am Innsbrucker Biozentrum, der auch in multidisziplinären Kooperationen daran arbeitet, dass Siderophore zukünftig als Biomarker in der Diagnose eingesetzt werden. So nutzt der Innsbrucker Radiopharmazeut Clemens Decristoforo von der Univ.-Klinik für Nuklearmedizin bereits die Erkenntnisse zum Siderophor-System, beispielsweise, um eine Pilzinfektion mit Hilfe der sogenannten Positronen-Emissions-Tomographie (PET) „sichtbar“ zu machen. „Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel einer exzellenten Zusammenarbeit zwischen der Grundlagenforschung und der Klinik im Sinne einer translationalen Forschung“, betonen die beiden Wissenschafter.

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Über den/die Forscher*In

Hubertus Haas ist Professor an der Medizinischen Universität Innsbruck und leitet seit 2019 das Institut für Molekularbiologie im Centrum für Chemie und Biomedizin (CCB). Hubertus Haas hat an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Mikrobiologie studiert. Seine Diplomarbeit erstellte er bei Sandoz, dem ersten Hersteller von oralem Penicillin. Die Tätigkeit im Bereich der angewandten Forschung begründete sein Interesse an Pilzen, denn natürliches Penicillin wird von Schimmelpilzen produziert.
@ Privat

Über den/die Forscher*In

Professor Clemens Decristoforo ist seit 1991 als Radiopharmazeut an der Innsbrucker Univ.-Klinik für Nuklearmedizin tätig. Sein Hauptforschungsgebiet ist die präklinische Entwicklung peptidbasierter Radiopharmaka für die molekulare Bildgebung und die gezielte Radionuklidtherapie in der Onkologie mit Schwerpunkt auf Radiometallen.