COVID-19 gefährdet weltweite Schlaganfallversorgung

Die COVID-19-Pandemie hat Auswirkungen auf die Schlaganfallversorgung. In einigen Ländern wurde ein Rückgang der Schlaganfallaufnahmen um 50 und sogar 80 Prozent gemeldet. Der Aufbau eines weltweiten Netzwerkes soll einen Beitrag zur Bekämpfung leisten.

Die direkten und indirekten Auswirkungen der Pandemie sind weitreichend und gefährden die Versorgung von Schlaganfallpatient*innen. Dies hat mit mehreren Faktoren zu tun: so etwa die Angst der Patient*innen, dass sie sich mit COVID-19 infizieren könnten, aber auch, dass die Aufnahmen aufgrund der neuen Zugänge der Notfallaufnahme verzögert stattfinden. Zusätzlich wird die Lage durch Ressourcenbelegungen diverser Geräte wie CT oder MRT für COVID-19-Patient*innen erschwert.

Dies hat in manchen Ländern zu einem Rückgang der Schlaganfallaufnahmen um rund 50 Prozent und teilweise sogar um 80 Prozent geführt. Zudem erhöht eine schwere COVID-19-Infektion das Schlaganfallrisiko auf das 2,5-Fache, da die Gerinnung gestört wird.  Auch die Rehabilitation ist wegen der Ansteckungsgefahr und der Sicherheitsmaßnahmen fast vollständig zum Erliegen gekommen. Allerdings hat die Telerehabilitation dadurch einen starken Aufschwung erfahren.

Aufbau eines weltweiten Netzwerkes

„Die Donau-Universität Krems sowie viele andere Universitäten beobachten und erfassen die Situation. Dies ist wichtig um einen Erfahrungsaustausch mit anderen Ländern zu ermöglichen und Best Practices zu etablieren. Somit können wir im Rahmen der WSO ein weltweites Netzwerk aufbauen um die Pandemie und deren Auswirkungen zu bekämpfen“, so Univ.-Prof. Dr. Michael Brainin.

Erfahrungsberichte sowie Webinare zum Umgang, Anpassungen und Anforderungen an die Schlaganfallversorgungen der verschiedenen Länder werden auf der Homepage der WSO gesammelt. Diese Online-Plattformen sowie Webinare ermöglichen den Austausch von Lösungsansätzen.

© DUK Andrea Reischer

Über den/die Forscher*In

Schlaganfallspezialist Univ.-Prof. Dr. Michael Brainin leitet das Department für Klinische Neurowissenschaften und Präventionsmedizin an der Donau-Universität Krems und ist seit 2018 Präsident der World Stroke Organisation (WSO). Er leitet verschiedene Postgraduale Lehrprogramme an der Universität, darunter den European Master in Stroke Medicine und entwickelt Weiterbildungsprogramme für die unterschiedlichsten Länder auf der ganzen Welt.
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