COVID-19: Was trifft zu, was nicht?

Das Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation an der Donau-Universität Krems analysiert Studien und sammelt Fakten über COVID-19. Ziel: Empfehlungen der WHO zu unterstützen und Falschmeldungen aufzudecken.

Das Team, unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, unterstützt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei wissenschaftlichen Recherchen und Analysen von Studien. Somit kann die WHO für Empfehlungen das beste verfügbare Wissen miteinbeziehen. Zusätzlich werden alle Ergebnisse auf der Website medizin-transparent.at veröffentlicht.

Quarantänemaßnahmen sind effektiv

Die jüngste Studienanalyse für die WHO suchte nach Belegen für die Wirksamkeit von Quarantäne-Maßnahmen. Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass Quarantäne eine wichtige Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus-Ausbruchs ist – die Anzahl an Neuinfektionen und Todesfällen kann merklich reduziert werden. Je früher eine Quarantäne startet, desto effektiver und kostengünstiger war diese. Alleinige Quarantäne von Personen, die Kontakt mit Infizierten hatten, würde aber wahrscheinlich nicht ausreichen, um den COVID-19-Ausbruch einzudämmen. Die Kombination mit anderen Maßnahmen wie Soziale Distanzierung oder Schulschließungen zeigte größere Effekte.

Vitamin D, Beifuß und andere Wundermittel

Mit der Coronavirus-Pandemie werden im Internet viele „Wundermittel“ beworben, die angeblich wirksam Infektionen bekämpfen und sogar Ansteckungen mit dem Sars-CoV2-Virus verhindern sollen. Das wissenschaftliche Redaktionsteam der Website medizin-transparent.at überprüfte viele dieser Behauptungen. Das Ergebnis: Weder das Gurgeln von Wasserstoffperoxid, welches auch sehr gefährlich ist, noch die Einnahme von Vitamin C, Vitamin D, Chlorbleiche, Homöopathie, Propolis und Artemisia annua (Einjähriger Beifuß) können nachweislich eine Ansteckung verhindern oder eine Infektion bekämpfen.

© DUK Andrea Reischer

Über den/die Forscher*In

Univ. Prof. Dr. Gerald Gartlehner leitet seit 2008 das Department für evidenzbasierte Medizin und Evaluation an der Donau-Universität Krems und ist seit 2010 Direktor von Cochrane Österreich. Sein Aufgabengebiet umfasst die Identifikation von Falschmeldungen sowie die Analyse von medizinischen Studien. Diese Information werden für EntscheidungsträgerInnen und die Bevölkerung aufbereitet.
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