Das digitale Literaturarchiv

Das Literaturarchiv Salzburg bietet online Möglichkeiten zu recherchieren und Einblick in seine Bestände zu nehmen.

Wie alle Archive lebt auch das Literaturarchiv Salzburg von seinen wertvollen Dokumenten. Vor Ort kann man die „Aura des Originals“ bei der Arbeit an Handschriften oder bei Führungen erleben. Zu Zeiten eines (Corona-)freien Zugangs sind Besucherinnen und Besucher dazu herzlich willkommen.

Doch das Literaturarchiv Salzburg bietet darüber hinaus auch online Möglichkeiten, fernab der Institution zu recherchieren und Einblick zu nehmen. Natürlich sind die aufbewahrten Materialien (Vor- und Nachlässe, Einzelmanuskripte, Bibliotheken, Ton- und Bildträger), soweit bereits erschlossen, auf der Website des Archivs unter „Bestand“ alphabetisch nach den Namen der Autorinnen und Autoren verzeichnet.

Vor allem aber widmet das Literaturarchiv einem seiner bedeutendsten Bestände, der größten europäischen Sammlung von Materialien aus dem Nachlass des Autors Stefan Zweig, ein langfristiges Digitalisierungsprojekt: Das Informations- und Forschungsportal www.stefanzweig.digital, eine Kooperation mit dem ZIM (Zentrum für Informationsmodellierung) der Universität Graz, für die mit Oliver Matuschek einer der versiertesten Zweig-Spezialisten gewonnen werden konnte, hat sich die Aufgabe gestellt, den weltweit verstreuten Nachlass des österreichischen Schriftstellers zu rekonstruieren.

Die umfangreichen Manuskriptbestände aus dem Literaturarchiv Salzburg und der Daniel Reed Library in Fredonia/New York wurden bereits verzeichnet und ausgewählte Originale mit digitalen Faksimiles ergänzt. Dadurch können sogar physisch getrennte Manuskripte, wie etwa jenes der „Worte am Sarge Sigmund Freuds“, das z.T. in den USA, z.T. in Salzburg aufbewahrt wird, virtuell zusammengeführt werden. Eine eben erst fertiggestellte Themenseite informiert über die wechselvolle Geschichte der Bibliotheken des Autors, eine weitere befasst sich mit Zweigs biografischem Roman „Marie Antoinette“, zu dem das Archiv ganz unterschiedliche Materialien anbieten kann.

Seit dem vergangenen Dezember gibt es zudem eine Version der Website in englischer Sprache, womit der regen Nachfrage bezüglich der Inhalte aus dem europäischen Ausland, die bereits seit längerem existiert, begegnet werden kann. Aktuell wird eine Kooperation mit der National Library of Israel umgesetzt, um auch die dort aufbewahrten Originale über www.stefanzweig.digital zur Verfügung zu stellen.

© Universität Salzburg

Über den/die Forscher*In

Dr. Manfred Mittermayer ist Leiter des Literaturarchivs Salzburg (LAS), einer Einrichtung der Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS). Mittermayer lehrt seit 1984 an der Paris Lodron Universität Salzburg sowie u.a. an der Bowling Green State University. Seit 2013 Intendanz der Rauriser Literaturtage; 2017 Internationaler Preis für Wissenschaft und Forschung des Kulturfonds der Stadt Salzburg. Arbeitsschwerpunkte: österreichische Literatur nach 1945 (bes. Thomas Bernhard), Literatur und Film, Biographie und Film, Literaturvermittlung, internationale Lehrer*innen-Fortbildung.
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