Dem Schneehuhn auf der Spur

Am Alpenschneehuhn können Forschende die Auswirkungen des Klimawandels untersuchen. Bis zu 5.000 von ihnen soll es in Tirol geben – bisher ist über die Tiere und ihren Lebensraum jedoch nur wenig bekannt.

Das Alpenschneehuhn mag es gerne kalt. Das ist nicht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass das Tier ein Relikt aus der Eiszeit ist. Mit dem Klimawandel und steigenden Temperaturen müssen die Tiere in den Alpen deshalb immer weiter nach oben wandern, ihr Lebensraum schwindet. Das zeigt sich auch in der Feldarbeit der Forschungskooperation zwischen der Universität Innsbruck, dem Land Tirol und dem Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen.

Schneehuhn in den Zillertaler Alpen

„Wir haben uns bei der Forschung im Feld in einer Höhe von rund 2.000 bis beinahe 3.000 Metern aufgehalten, auch in unwegsamem Gelände und das bis zu zehn Stunden pro Tag. Weil das Schneehuhn vor allem früh morgens und in der Abenddämmerung aktiv ist, sind wir oft zwei bis drei Stunden vor Sonnenaufgang aufgebrochen“, berichtet die Studentin Elisabeth Weninger. Gemeinsam mit anderen Studierenden und Forschenden hat sie im Fühjahr und Herbst des vergangenen Jahres Kartierungsarbeiten in den Zillertaler Alpen durchgeführt, um den Lebensraum der Schneehühner zu erforschen. Betreut wurden die Studierenden dabei unter anderem von Birgit Schlick-Steiner und Florian Steiner vom Institut für Ökologie.

Schneehuhn

Spurensuche im Feld und im Labor

Die Feldarbeit bestand aus zwei Teilen: In einer morgendlichen Revierkartierung wurden die Schneehähne gezählt. Um sie aus ihrem Versteck zu locken, haben die Studierenden mit Klangatrappen gearbeitet. In einer anschließenden Schleifenlinientaxierung haben sie die zwischen 50 und 140 Hektar großen Untersuchungsgebiete abgesucht und Hinterlassenschaften wie Federn und Losungen der Tiere eingesammelt.

In beiden Phasen der Feldarbeit haben sie die GPS-Daten von Sichtungen, die Balzrufe der Hähne am Morgen sowie allgemeine Nachweise der Tiere protokolliert. So können Aussagen über Vorkommen, Verbreitung, Habitatwahl und Bestand gemacht werden. „Nach Abschluss der Kartierungsarbeiten wurden unsere Funde im Labor genetisch untersucht. Dadurch können noch genauere Aussagen über den Zustand der Tiere getroffen werden, wie etwa über ihr Alter oder ihr Geschlecht“, erklärt Weninger. 

Univ.-Prof. Birgit Schlick-Steiner und assoz. Prof. Florian Steiner vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck
I. & J. Schlick-Steiner

Über den/die Forscher*In

Univ.-Prof. Birgit Schlick-Steiner und assoz. Prof. Florian Steiner vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck erforschen die biologische Vielfalt im weitesten Sinne, wobei sie sich auf Insekten konzentrieren, aber nicht darauf beschränken. Sie haben die Studierenden im Forschungsprojekt um das Schneehuhn betreut.