Der Weg zum Schulbuch 4.0

Das gedruckte Schulbuch dominiert nach wie vor den Unterricht. Forscher*innen der Donau-Universität Krems sind mit Bildungsverlagen der Frage nachgegangen, wie die Potenziale interaktiver, multimedialer Lerntechnologien in Verbindung mit traditionellen Medien gehoben werden können.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie haben den Schulunterricht ins Internet verlegt. Die Möglichkeiten von interaktiven, multimedialen Lerntechnologien sind schlagartig Lehrenden, Schüler*innen und Eltern klargeworden. Gleichzeitig wurden aber auch die bestehenden Defizite und der Bedarf an Verbesserung der „distance learning“-Technologien wie Moodle und andere Plattformen sichtbar.

Bereits 2018 haben Forscher*innen der Donau-Universität Krems zusammen mit Bildungsverlagen damit begonnen, an Konzepten zu arbeiten, mit denen die Mitarbeiter*innen österreichischer Bildungsverlage dazu qualifiziert werden können, ihre Produkte digital anreichern und mit einem Mehrwert für Lehrende und Lernende zu versehen. Zu Beginn des Projekts wurde erhoben, in welchen Bereichen ein Qualifizierungsbedarf in den Verlagen besteht und welche Anforderungen digitale Lernmaterialien im österreichischen Bildungsbereich in der Zukunft erfüllen müssen.

Neue Strukturen und Geschäftsmodelle

Daneben hat sich das Projektteam auch mit der für die nachhaltige Verankerung des digital gestützten Lernens wichtigen Frage tragfähiger Geschäftsmodelle beschäftigt. Denn für die Vermarktung von digitalen Lernmaterialien müssen neue Wege beschritten werden, welche die Interessen von Lernenden sowie von Autor*innen und Verlagen gleichermaßen wahren. Im Rahmen des Projekts wurden 23 Mitarbeiter*innen der Verlagspartner in einem Lehrgang weiterqualifiziert und konnten ihre erweiterte Expertise sogleich in der Praxis umsetzen. Die Ergebnisse des Projekts wurden außerdem auf den EDU|days, einer jährlich in Krems stattfindenden Tagung für Lehrende aller Unterrichtsfächer, präsentiert. Forscher*innen und Verlage wollen sich über das Projekt hinaus austauschen und so weitere Ideen für digital gestütztes Lernen entwickeln.

© Andrea Reischer

Über den/die Forscher*In

Dr. Stephanie Nestawal ist Leiterin des Zentrums für digitales Lernen und Gestalten. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen Bildung und Weiterbildung in der digitalen Gesellschaft.
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