Die Eisenbahn als umweltfreundliches Teil im Mobilitätspuzzle

Zugfahren ist eine umweltfreundliche Möglichkeit, sich von A nach B zu bewegen. Forschende an der TU Graz untersuchen alles rund um die Fortbewegung auf den Schienen, damit Menschen und Güter zukünftig noch klimaschonender an ihr Ziel kommen.

Am Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrswirtschaft der TU Graz beschäftigen sich Forschende mit neuen und bestehenden Bahnlinien. Dabei geht es nicht um Triebwagen oder neue Schienen der Eisenbahn, sondern um die gesamten Auswirkungen auf Umwelt und Wirtschaft und um Verbesserungsmöglichkeiten für die Zukunft. Geforscht wird an den stark belasteten Hauptverkehrsverbindungen und an österreichischen Regionalbahnen.

Eisenbahn als Knotenpunkt

„Es geht heute nicht mehr darum, von einem Verkehrsmittel – wie dem Auto – vollständig auf ein anderes – wie die Bahn – zu wechseln“, erklärt der stellvertretende Institutsleiter Stefan Marschnig. „Die junge Generation denkt hier um. Es ist nicht mehr wichtig, mit welchem Fahrzeug sie von A nach B kommen.

Hauptsache es funktioniert einfach und schnell.“ So sei heute und in Zukunft vor allem wichtig, dass Bahnhöfe zu Mobilitätszentren werden, die mit Fahrradparkplätzen, E-Auto-Lademöglichkeiten und/oder einer guten Busverbindung sowie im besten Fall einer Carsharing-Station ausgestattet sind. „Das Umsteigen muss einfach und reibungslos funktionieren und es muss ein Ticket für alles geben“, erklärt Kollege Matthias Landgraf. „Darüber hinaus müssen wir vor allem auf Sicherheit und den Wohlfühlfaktor achten, um Menschen für die Bahn zu begeistern.“

Fit für die Zukunft durch Zusammenarbeit

Viele Institute an der TU Graz forschen intensiv zum Thema Schiene und nachhaltige Mobilität. Sie bündeln im „Research Cluster Railway Systems“ ihr Wissen im Bereich Eisenbahn gemeinsam mit voestalpine, ÖBB, Siemens Mobility Austria und Virtual Vehicle ihr ganzes Wissen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Schienenfahrzeugtechnik, Bahninfrastruktur und Bahnbetrieb. Ziel ist es, das System Bahn zukunftsfit zu machen und dabei gemeinsam neue technologische Möglichkeiten vor allem auch der Digitalisierung zu nutzen.

Stefan Marschnig
© Lunghammer – TU Graz

Über den/die Forscher*In

Stefan Marschnig (Jahrgang 1975) studierte Bauingenieurwesen an der TU Graz. Seit Abschluss seines Doktorats 2007 ist er am Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrswirtschaft der Technischen Universität Graz tätig. 2008 gründete er die Firma LCC rail consult e.U., die die Bahnen dabei berät, ihre Lebenszykluskosten zu verbessern und damit langfristigen ihre Kosten zu senken, ein Schwerpunkt, den er seit 2010 am Institut einbringt.