Die freie Geschlechtsidentität

Die Akademie der bildenden Künste Wien nimmt in der Frage der Geschlechtervielfalt an Hochschulen eine Vorreiter*innenrolle ein.

Nicht-binäre Personen können oder wollen nicht in die Kategorie „Mann“ oder „Frau“ passen. Sie identifizieren sich als transgender Personen oder als intergeschlechtliche Personen, oder als (inter) Frauen beziehungsweise (inter) Männer. Seit die Europäische Menschenrechtskonvention allen Menschen das Recht auf freien Ausdruck der Geschlechtsidentität zugesteht (EMRK Artikel 8), verpflichten sich alle europäischen Staaten diese national umzusetzen.

Somit, und vielleicht sogar insbesondere, haben auch Universitäten und Hochschulen, ganz im Sinne des Universitätsgesetzes „zur Lösung der Probleme des Menschen sowie zur gedeihlichen Entwicklung der Gesellschaft beizutragen.“ Die Akademie der bildenden Künste Wien hat zur Erreichung von mehr Anerkennung von Geschlechterdiversität an Hochschulen und Universitäten ein für Österreich beispielgebendes Projekt durchgeführt.

Das mit dem diversitas-Preis ausgezeichnete Projekt „Non-Binary Universities“ an der Akademie der bildenden Künste Wien erarbeitete unter Beteiligung von künstlerisch-wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, Betriebsrät*innen, allgemeinem Universitätspersonal, dem Arbeitskreis für Gleichbehandlung, Studierendenvertreter*innen, Vertreter*innen der Österreichischen Hochschüler*innenschaft ÖH und NAGEH (mein NAme, mein GEschlecht, meine Hochschule) Empfehlungen für Hochschulen zur Umsetzung von Maßnahmen, die strukturelle Benachteiligungen und Diskriminierungen von nicht-binären Personen beseitigen sollen. Die Projektergebnisse liegen in einem Vademekum für Universitätsleitungen und Stakeholder sowie in einer Broschüre für Forschende/Lehrende vor.

Die von der Akademie erarbeiteten Empfehlungen sollen allerdings nicht nur in den Mauern der Hochschulen umgesetzt werden, sondern durch alle ihre Mitarbeitenden und Studierenden in die Gesellschaft eingebracht werden. Denn es sind die Universitäten, die nicht nur neues Wissen generieren, sondern auch neu-generiertes Wissen zur Anwendung bringen sollen.

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