Einzigartiges Forschungslabor mit österreichs höchster Sicherheitsstufe

An der Med Uni Graz steht eine österreichweit einzigartige Laborinfrastruktur zur Erforschung hochinfektiöser Erreger zur Verfügung. Nun sollen neue antivirale Wirkstoffe, diagnostische Methoden und Schutzausrüstungen entwickelt werden.

Untergebracht in den Räumlichkeiten des MED CAMPUS der Medizinischen Universität Graz befindet sich eine in Österreich einzigartige Laborinfrastruktur zur Erforschung hochinfektiöser Erreger. Auf Grund der zu erwartenden Zunahme des Auftretens neuer Viren und multiresistenter Keime wurde dieses Labor nach mehrjähriger Planung eingerichtet und soll so Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit Institutionen fördern, die nicht über eine derartige Forschungsumgebung verfügen.

Neueste Technik hält Erreger unter Verschluss

Um mit Mikroorganismen zu arbeiten, welche schwere Erkrankungen oder auch Epidemien verursachen können – wie derzeit zum Beispiel SARS-CoV-2, bedarf es einer Umgebung mit hoher biologischer Sicherheitsstufe. Das Labor an der Med Uni Graz verfügt über die biologische Sicherheitsstufe 3, verfügt aber zusätzlich über Einrichtungen, wie sie sonst nur in Laboren der Sicherheitsstufe 4 verwendet werden. Dafür ist das Labor mit einem Schleusensystem und abgeschlossenen Luftkreislauf mit Filtersystemen ausgestattet. Der Laborbereich wird unter Unterdruck gehalten, um ein Austreten von Erregern mit der Luft zu verhindern. Zusätzlich tragen die Wissenschafter*innen im Labor hochwertige Schutzanzüge mit Gebläsefiltern, die die Luft filtern und einen positiven Überdruck im Schutzanzug erzeugen. Auch eine Schleuse mit chemischer Dusche und weiteren Dekontaminationsverfahren steht zur Verfügung.

Risikobeurteilung von Epidemien im Fokus

Der neue Labor- und Sezierbereich wurde zur Durchführung von Untersuchungen an Verstorbenen, Schnellschnittdiagnostik und Probenaufbereitung für die molekulare Erregerdiagnostik und Forschung errichtet. „Dies ermöglicht die Untersuchung von Todesfällen durch (noch)nicht diagnostizierte Erreger oder liefert wichtige Informationen zur Risikobeurteilung bei Epidemien“, erklärt Kurt Zatloukal, Leiter das Diagnostik- und Forschungszentrum für molekulare BioMedizin der Med Uni Graz und Leiter des neuen Hochsicherheitslabors

Bereit für nationale und internationale Forschungsprojekte

Aktuell wurden Forschungskooperationen zum Test von Medikamenten gegen SARS-CoV-2 mit der MedUni Wien sowie mehreren hochinnovativen Unternehmen eingegangen.

© MedUni Graz

Über den/die Forscher*In

Kurt Zatloukal leitet das Diagnostik- und Forschungszentrum für molekulare BioMedizin der Med Uni Graz und ist der Leiter des neuen Hochsicherheitslabors. Mit dieser Forschungsinfrastruktur möchte er einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung hochinfektiöser Erreger und der Entwicklung neuer Therapien im Kampf gegen Pandemien leisten.
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