Erste sofort einsetzbare, bionische Armprothese

Das Team von Oskar Aszmann im klinischen Labor für Bionische Extremitätenrekonstruktion an der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien hat in Kooperation mit dem Massachussetts Institute of Technology und dem Department of Electrical Engineering an der Universität Göteborg die erste sofort einsetzbare Armprothese entwickelt.

Bisher musste man wochenlang mit einer neuen Armprothese trainieren, bis diese richtig benutzt werden konnte. Das ist nun nicht mehr nötig. Das neue System der sofort einsetzbaren Arm-Prothese heißt „Plug and Play“ – die Prothese ist direkt und sofort an der betroffenen Stelle einsetzbar.

Dem Forschungsteam von Oskar Aszmann ist es nun erstmals gemeinsam mit der Alfred Mann Foundation aus den USA gelungen, Sensoren nach Nerventransfers zu implantieren und, die Signale zur Steuerung der Prothesen per Funk zu übermitteln. Der Vorteil des neuen Systems für Betroffene ist, dass alle Komponenten direkt am amputierten Körperteil mit einem geschlossenen Regelkreis eingepflanzt werden können. Die Informationen laufen in die Prothese und von dort wieder zurück ins Gehirn. Davor wird ein Titanimplantat in den Knochen am Oberarm eingesetzt und gleichzeitig werden Nerven verkabelt, so dass die Signale direkt in der Prothese ankommen und von dort wieder rückgeleitet werden. Die Batterie steckt direkt in der Prothese, die am Abend einfach abgenommen werden und aufgeladen werden kann. Angewendet wurde das System seitdem bei vier Männern, die jeweils eine Oberarmprothese bekamen.

„Die Signalübertragung von der Prothese in den Stumpf und über besondere Nervenschnittstellen weiter zum Hirn des Betroffenen ist so detailliert, dass der Patient zum Beispiel einzelne Finger der Prothese in Echtzeit wahrnehmen und bewegen kann“, sagt Aszmann.

Oskar Aszmann von der Medizinischen Universität Wien
© MedUni Wien/Matern

Über den/die Forscher*In

Oskar Aszmann, klinisches Labor für Bionische Extremitätenrekonstruktion an der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien. Der Hauptfokus des Labors ist, die Möglichkeiten und Grenzen der bionischen Rekonstruktion zu erforschen mit dem Schwerpunkt der Rekonstruktion und Rehabilitation von PatientInnen mit beeinträchtigter Extremitätenfunktion.