Geburtshilfliches Simulationstraining 
im COVID-Setting

Die MedUni Wien trainiert anhand eines Simulators das Zusammenspiel mehrerer Berufsgruppen bei Notfallsituationen im Kreißsaal mit COVID-19 Schutzmaßnahmen.

Das interdisziplinäre Simulationstraining der Klinischen Abteilung für Geburtshilfe und Feto-Maternale Medizin der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und der Universitätsklinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie von MedUni Wien und AKH Wien stand ganz im Zeichen der COVID-19-Pandemie und den damit verbundenen besonderen Schutzmaßnahmen für das medizinische Personal.

Simulationstraining

Das Training im Kreißsaal wurde unter der Leitung von Alex Farr, Dagmar Bancher, Herbert Kiss, Bernhard Rössler und Karl Schebesta (Team Medizinische Simulation und Patient*innensicherheit) organisiert. Interdisziplinäre Simulation ist die beste Methode, um medizinische Vorgänge und komplexe Abläufe zu perfektionieren. Die Ausbildungsgänge enthalten alle 3 Elemente der Problemlösung (Skills, Algorithmen und Leitlinien sowie Non-Technical-Skills).

Mittels Simulator wurden die einzelnen Schritte der COVID-19-Schutzmaßnahmen, inklusive An- und Ausziehen der Schutzkleidung, sowie Trennung der Patient*innenströme (potentiell infektiös versus nicht infektiös) im Akutfall trainiert. Die teilnehmenden Ärzt*innen, Hebammen und Mitarbeiter*innen der Pflege wurden in das akute Geschehen hineinversetzt und mussten unter den besonderen Bedingungen die Notfallsituation bewältigen.

Die Ziele des Trainings sind das strukturierte Erarbeiten und szenarienbasierte Trainieren der aktuell gültigen Guidelines zum Management bei COVID-19. Besonderes Augenmerk wurde auf die Zusammenarbeit im Team gelegt. Sämtliche im Kreißsaal beteiligten Berufsgruppen wie Hebammen, Geburtshelfer*innen, Anästhesisten*innen und Anästhesiepflege waren am Training aktiv beteiligt. „Die aktuelle Situation der Pandemie fordert uns klinisch sehr, da wir in der Geburtshilfe mit akuten Situationen konfrontiert werden, ohne, dass ein aktueller SARS-CoV-2-Status der unter Umständen symptomatischen Frau vorliegt. Es kann aber vorkommen, dass diese Patientin eilig von den Anästhesist*innen intubiert werden muss.“, erklärt Alex Farr, „Das äußerst positive Feedback der Teilnehmer*innen bestärkt uns in der Absicht, Trainings wie diese auch in den nächsten Jahren und abseits der Pandemie durchzuführen.“

Professor Alex Farr an der Medizinischen Universität Wien
© MedUni Wien/Matern

Über den/die Forscher*In

Alex Farr studierte Medizin an der MedUni Wien mit Auslandsaufenthalten in den USA und Deutschland. Im Anschluss absolvierte er das Doktoratsprogramm Applied Medical Science (N790) an der MedUni Wien. Nach Assistenzarztstellen an den Abteilungen für Frauenheilkunde der Ludwig Maximilians-Universität München, der MedUni Wien, sowie einer einjährigen Rotation an das Bezirkskrankenhaus Kufstein, wechselte er an die Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien und des AKH Wien.