Grüne Reise

Wie können wir nachhaltig mobil sein? Der Umstieg auf Bus und Bahn schützt das Klima und macht auch volkswirtschaftlich Sinn.

Individualfahrten mit dem Auto fallen bei der Klimabilanz drastisch ins Gewicht: Sie verursachen in Österreich rund 20 Prozent der CO2-Emissionen und sind wesentlich für deren Anstiege in den vergangenen Jahren mitverantwortlich. Wie sind wir nachhaltig unterwegs, ohne dabei unseren Planeten zu zerstören? Wie das gehen könnte, erklärt Volkswirt Gabriel Bachner.

Der Verkehr vom Wohnort zur Arbeit hat einen großen Anteil, rechnet der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) vor: allein nach Graz pendeln regelmäßig mehr als 100.000 Menschen. Gabriel Bachner, Volkswirt am Wegener Center für Klima und Globalen Wandel an der Universität Graz, hat einen konkreten Lösungsvorschlag: den Umstieg auf den Bus oder den Zug. Damit das auch im ländlichen Raum funktioniert, müssten aber Car-Sharing-Konzepte deutlich ausgebaut und günstiger gemacht werden. „Mit einem mietbaren E-Auto, das an den Tagesrändern Pendler*innen zur Verfügung steht, um damit vom Wohnort bis zur nächstgelegenen Öffi-Anbindung zu kommen, und das in der Zwischenzeit von anderen Dienstleistern – etwa Post oder mobiler Pflege – genutzt wird, wäre der Umstieg insgesamt attraktiver. Geichzeitig wäre das E-Fahrzeug sehr effizient genutzt. Das macht auch volkswirtschaftlich sehr viel Sinn“, so der Forscher.

Ganz anders sieht es im urbanen Raum aus: „In der Stadt kann jede*r zu Fuß gehen, die Öffis oder das Rad nutzen“, betont Bachner. Außerdem rät der Experte, die Notwendigkeit des physischen Transports von A nach B immer zu hinterfragen. Fast alle Amtswege lassen sich inzwischen digital erledigen, Telearbeit wird immer beliebter, berufliche Meetings oder sogar wissenschaftliche Konferenzen können zumindest teilweise auch online stattfinden.

Was für Geschäftsreisen gilt, betrifft aber auch den Urlaub: Denn der Flugverkehr verursacht enorme CO2-Emissionen. „Passagiere müssen weltweit ihre Flugreisen umgehend und drastisch einschränken. Das bedeutet: weniger Dienstreisen, keine Kurzurlaube und auf Langstreckenflüge so weit als möglich verzichten“, betont Gabriel Bachner.

Gabriel Bachner
@ Uni Graz/Kernasenko

Über den/die Forscher*In

Dr. Gabriel Bachner arbeitet am Wegener Center für Klima und Globalen Wandel an der Universität Graz. Der Volkswirt widmet sich sozio-ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels.