Entwurf eines Hausboots

Hausboot „Freiraum“

Mit ihrem Entwurf des Urlaubshausbootes „Freiraum“, bringen zwei Studierende der Kunstuniversität Linz, Studienrichtung Industrial Design, häusliche Wohlfühlatmosphäre mit hohem Fahrkomfort in Einklang.

Durchdachtes Design ermöglicht die Anzahl an Schlafplätzen von zwei auf fünf zu erweitern und gewährleistet somit eine flexible Nutzung des 42 Fuß langen und 15 Fuß breiten Bootes. Der morgendliche Gang ins Freie sowie der Zugang zum Sanitärbereich ist von jedem Zimmer getrennt möglich. Durch eine abgesenkte Badeplattform im Heckbereich kommt man dem Wasser besonders nahe. Nach dem Sprung ins kühle Nass führen seitliche Gänge zum Bug, ohne in der Kajüte Spuren zu hinterlassen. Auf einer Funktionsfassade im Heckbereich lassen sich größere Gegenstände wie Fahrräder oder Stand-Up-Paddle-Boards einfach unterbringen. Am Vordeck bietet das Öffnen von Bodenklappen Zugang zu extra Fender, Generator, Batteriesystem, Wasser- und Schwarzwassertank.

Das markante Rahmenprofil sorgt nicht nur für eine eigenständige Designsprache, sondern übernimmt auch statische und funktionelle Aufgaben: Dem Rahmen entlanggeführt werden acht Sichtschutzelemente, die sich individuell verstellen lassen und zugleich Schatten spenden. Am Vordeck schützt ein ausziehbares Sonnensegel zusätzlich vor Sonneneinstrahlung. Durch das Öffnen der Falttüren entsteht ein großzügiger Wohnraum, der sich bei bugseitigem Zusammenschließen mit einem weiteren Boot verdoppeln lässt. Die maximale Durchfahrtshöhe und -breite sowie Tiefgang und Länge sind den Gewässern Europas angepasst. Das Hausboot ist in zwei Ausführungen angedacht: Eine niedrigere Version zur Brückendurchfahrt für Flüsse und eine Variante mit zusätzlichem Sonnendeck am Dach für den See.

Katamaran-Konzept

In Bezug auf den Antrieb hatten die beiden Studierenden stets den Aspekt der Nachhaltigkeit im Blick. Aktuell sind die meisten Hausboote „Einrumpfboote“, die beim Vortrieb viel Wasser verdrängen und somit mehr Energie verbrauchen als das Katamaran-Konzept des Hausbootes „Freiraum“. Der dieselelektrische Antrieb wird von einer Photovoltaikanlage unterstützt und beliefert zwei Propellergondeln und Bugstrahlruder mit Strom. Im Vergleich zu klassischen Bootsantrieben, wo die Antriebswelle direkt vom Dieselmotor angetrieben wird, kann durch die Verwendung eines dieselelektrischen Antriebs der Motor immer in einem für den Verbrauch idealen Drehzahlbereich betrieben werden. Zusätzlich ergeben sich Erleichterungen in der Steuerung. Das System kann problemlos mit größerer Akkuleistung aufgerüstet werden.

Jakob Bramer
@ Kunstuniversität Linz

Über den/die Forscher*In

Jakob Bramer
Stefan Ebner
@ Kunstuniversität Linz

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Stefan Ebner