Herbst-Winter-Depression: Sind Licht und Vitamin-D wirksam?

Eine eingehende wissenschaftliche Betrachtung gibt Auskunft darüber, wie wirksam und sicher Licht- und Vitamin-D-Therapie sind. Auch ökonomische, ethische, rechtliche, organisatorische und soziale Aspekte dieser Behandlungen werden beleuchtet.

Die saisonal abhängige Depression betrifft rund 2,5 Prozent der Bevölkerung in deutschsprachigen Ländern. Sie tritt meist im Herbst und Winter auf und geht im Frühling und Sommer vollständig zurück. Zusätzlich zu den für Depressionen typischen Symptomen wie Antriebslosigkeit und Traurigkeit kommt es häufig bei Betroffenen zu erhöhtem Schlafbedarf, Heißhunger auf Kohlenhydrate und Gewichtszunahme. Zudem besteht ein hohes Risiko, dass Betroffene im darauffolgenden Winter wieder an einer depressiven Phase erkranken, worunter Lebensqualität und berufliche Leistungsfähigkeit leiden.

Umfassende Betrachtung der Therapien

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit von Lichttherapie sowie Vitamin-D-Therapie bei Erwachsenen, die an Herbst-Winter-Depression leiden, zu untersuchen. Dabei sollen die beiden Behandlungsarten einerseits miteinander andererseits mit einer Kontrollgruppe ohne Therapie beziehungsweise mit Placebo, mit Antidepressiva oder Psychotherapie verglichen werden. Für Licht- und Vitamin-D-Therapie werden auch die Kosten bestimmt. Zudem fließen ethische, soziale, rechtliche und organisatorische Aspekte, die mit Licht- oder Vitamin-D-Therapie verbunden sind, in die umfassende Betrachtung mit ein. Die deutsche Bevölkerung wählte dieses Thema für die Forschungsarbeit im Rahmen einer Umfrage des Deutschen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen aus.

Barbara Nußbaumer-Streit, Leiterin des Zentrums Cochrane Österreich am Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation der Donau-Universität Krems, leitete das interdisziplinäre Forschungsprojekt. Seine Ergebnisse können politische Entscheidungsträger*innen, Gesundheitseinrichtungen, Ärzt*innen und Forschende ebenso wie die breite Öffentlichkeit unterstützen, fundierte Entscheidungen im Bereich der Gesundheitsversorgung zu treffen.

© Andrea Reischer

Über den/die Forscher*In

Dr. Barbara Nußbaumer-Streit, MSc BSc ist Leiterin des Zentrums Cochrane Österreich am Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation der Donau-Universität Krems. Ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt in der Methodenforschung im Bereich der Evidenzbasierten Medizin und in der Erstellung von Evidenzsynthesen.
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