Herz-Kreislauferkrankungen und das Risiko bei Blutdrucksenkenden Mittel

COVID-19 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: „Je schwerer die Grunderkrankung, desto gefährdeter die Person.“

Angesichts der Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2/COVID-19) herrscht bei Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen besondere Verunsicherung über Risiken und zu ergreifende Maßnahmen. Gerade die Diskussion rund um einen möglicherweise ungünstigen Verlauf einer COVID-19-Erkrankung unter einer bestehenden Therapie mit blutdruckregulierenden ACE-Hemmern verunsichern nicht nur PatientInnen, sondern auch viele ÄrztInnen. SARS-CoV2 gelangt über bestimmte Rezeptoren, die sogenannten ACE2-Rezeptoren, in die Zellen, welche durch ACE-Hemmer und Renin-Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) hochreguliert werden, d.h. diese Rezeptoren kommen dann auf der Zelloberfläche vermehrt vor. Hierdurch könnte die Ausbreitung des Virus im Körper begünstigt werden. Aktuelle Empfehlungen der kardiologischen Gesellschaften raten zu einer Fortführung einer ACE-Hemmer oder ARB-Therapie bei COVID-19, allerdings gibt es hierzu bislang keine randomisierten klinischen Studien. Gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München untersuchen daher die Innsbrucker Forscher nun diese Fragestellung im Rahmen einer randomisierten, kontrollierten, klinischen Studie. Die Studie wird an vielen Zentren in Tirol, der Steiermark und Bayern durchgeführt. Im Interview klärt Axel Bauer, Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Innere Medizin III (Kardiologie und Angiologie) und Leiter der Studie, über den Zusammenhang von COVID-19 und Herz-Kreislauferkrankungen auf.

© MUI/F. Lechner

Über den/die Forscher*In

Axel Bauer, Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Innere Medizin III (Kardiologie und Angiologie). Ein Schwerpunkt seiner bisherigen Forschung liegt in den computerbasierten Verfahren in der Kardiologie. Bauer beschäftigte sich gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe insbesondere mit dem plötzlichen Herztod. 2007 wurde er zum Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie sowie Intensivmedizin. Nach seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent am Klinikum Rechts der Isar und Deutschen Herzzentrum München ging er 2009 als Oberarzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie Leiter der Chest-Pain-Unit an die Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Bevor er 2019 zum Professor an die Medizinische Universität Innsbruck berufen wurde, war Bauer ärztlicher Leiter der Abteilung für Kardiologie des Innenstadtklinikums (Campus Innenstadt) der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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