HerzMobil in Tirol

„HerzMobil Tirol“ ein Prestigeprojekt für die Verbesserung der Behandlungspfade einer Herzinsuffizienz an denen bis zu 250.000 Österreicher leiden.

Rund zehn Prozent der Bevölkerung über 65 Jahren leidet an einer sogenannten Herzschwäche, in der Fachsprache Herzinsuffizienz. Diese Erkrankung ist der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt in dieser Altersgruppe. Allein in Österreich gibt es bis zu 250.000 Betroffene mit einer schweren Herzinsuffizienz. Aufgrund der steigenden Anzahl von Betroffenen ist die richtige Behandlung der Herzinsuffizienz eines der aktuellsten Themen der Kardiologie.

Daten über das Handy


Die Fachwelt blickt hierbei auch nach Tirol, denn hier werden neue Wege in der Behandlung begangen: Das Prestigeprojekt „HerzMobil Tirol“ des Landesinstituts für Integrierte Versorgung Tirol (LIV) unter der Federführung von Gerhard Pölzl, Oberarzt an der Innsbrucker Univ.-Klinik für Innere Medizin III, verspricht durch die telemedizinische Überwachung der Patient*innen und standardisierte Behandlungspfade im ambulanten Bereich die Wiederaufnahmerate nach stationärer Behandlung wegen akuter Dekompensation deutlich zu senken. Das bedeutet nicht nur mehr Lebensqualität für die Betroffenen: „Ziel der Behandlung ist es, die Patient*innen so zu Hause zu stabilisieren, dass sie nicht wieder ins Krankenhaus müssen. Das verbessert langfristig auch die Überlebensrate“, erklärt Pölzl. Im Rahmen des Projekts „HerzMobil Tirol“ werden Patient*innen möglichst frühzeitig aus dem Krankenhaus entlassen und in Kooperation zwischen spezielle geschultem Pflegepersonal mit wohnortnahen Netzwerk-Ärzt*innen behandelt. Die Vitalparameter von Patient*innen werden dabei mit einer Handyapp überwacht. „Die Daten laufen dann bei den betreuenden Herzinsuffizienz-Pfleger*innen und den Netzwerk-Ärzt*innen zusammen. Das Vorzeigeprojekt ermöglicht uns daher auch eine genaue Datenauswertung und damit die Therapie zu verbessern“, erklärt Pölzl die gute Ausgangslage für Tiroler Forschungsarbeiten zur Weiterentwicklung der Therapie bei Herzinsuffizienz.

Forscher Gerhard Pölzl
© LIV Gerhard Berger

Über den/die Forscher*In

Gerhard Pölzl ist Professor und Facharzt für Innere Medizin an der Innsbrucker Univ.-Klinik für Innere Medizin III – Kardiologie und Angliologie und Leiter der Einheit Herzinsuffizienz und Transplantation sowie ärztlicher Leiter von HerzMobil Tirol.