Impfung gegen Corona-Frust? Wenn Erwartung enttäuscht wird

Verschwindet durch die Impfung der Corona-Frust? Mit dieser Thematik beschäftigt sich Karin Scaria-Braunstein in der Studie „Wenn das Leben zuhause bleibt.“

„Corona-Müdigkeit“ hat als Schlagwort längst die „Corona-Solidarität“ des Vorjahres abgelöst. Weniger Kontakt zu Familie und Freunden, weniger oder gar keine Arbeit, Einschränkungen im bisher gewohnten Leben, dazu Zukunftsängste, Belastungen und Unsicherheit – all das erschöpft nicht nur, sondern wirkt auch frustrierend.

Kann eine Impfung gegen das Virus uns den „Corona-Frust“ nehmen? Karin Scaria-Braunstein, Soziologin an der Universität Graz und Co-Autorin der Studie „Wenn das Leben zuhause bleibt“, meint dazu: „Frust hat häufig mit der wiederholten Enttäuschung von Erwartungen zu tun. An die Impfung sind sehr große Hoffnungen geknüpft. Sie scheint derzeit das einzig wirksame Mittel zu sein, um unser ,normales Leben‘ schrittweise zurückzubekommen. Sollten die Erwartungen an die Impfung in den nächsten Monaten nicht erfüllt werden, könnten sich Ärger, aber auch Niedergeschlagenheit und Resignation noch verstärken.“ 

„Hält der Impfplan, ist der Weg frei für emotionalen Aufschwung.“

Karin Scaria-Braunstein

Soziologin Karin Scaria-Braunstein
© Uni Graz/Tzivanopoulos

Über den/die Forscher*In

Karin Scaria-Braunstein ist Wissenschafterin am Institut für Soziologie. Sie beschäftigt sich mit soziologischen Fragenstellungen, die sich von Politik über Jugend bis hin zur Kunst erstrecken. Gemeinsam mit Soziologin Sabine Haring-Mosbacher untersucht Scaria-Braunstein in einer Studie, wie die Menschen mit der Corona bedingten Ausnahmesituation umgegangen sind und wie sich die Stimmung in der Bevölkerung über die Monate verändert hat.