Kakadu an einer Puzzle-Box

Kakadus – geschickt und innovativ

Kakadus zählen zu den intelligentesten Vögeln. Diese Annahme gilt nicht nur für jene Tiere, die in menschlicher Obhut aufgezogen werden, sondern auch für freilebende Artgenossen. Kakadus in freier Wildbahn zeigen jedoch weniger Interesse an Experimenten – das zeigt eine Studie der Vetmeduni Vienna und des Indonesischen Instituts der Wissenschaften.

Wilde und von Hand aufgezogene Kakadus mussten sich in einer sogenannten „Innovation-Arena“ beweisen und unterschiedlichen Aufgaben lösen, um an schmackhafte Belohnungen zu kommen. In verschiedenen Plexiglas-Boxen mussten sie z.B. kleine Laden öffnen oder ein Mühlrad drehen, um an das Futter zu gelangen.

Wettkampf in der Arena

Die Forscher*innen ließen Wildvögel aus Tanimbar (Indonesien) und in Volierenhaltung lebende Vögel aus Österreich gegeneinander antreten. Dabei zeigte sich, dass sich sowohl freilebende als auch an Menschen gewöhnte Tiere in Bezug auf die Innovationsrate kaum unterschieden. Die Kakadus lösten die Aufgaben gleich schnell.

Schlaue Köpfchen – wenn sie nur wollen

Die Forscher*innen stellten allerdings einen entscheidenden Unterschied zwischen den Artgenossen fest: Wildvögel waren weniger motiviert, an den Aufgaben teilzunehmen und die „Innovation-Arena“ zu betreten, als Kakadus, die in Gefangenschaft lebten. „Wenn sie jedoch Interesse zeigen, dann lösen die freilebenden Tiere die Probleme genauso gut, wie jene aus der Voliere“, sagt Theresa Rößler. Doch das sei bei den Wildtieren eben seltener der Fall. Die Wissenschafter*innen vermuten, dass bezüglich des Erfindergeistes bei Kakadus natürliche Situation wie eine tropische Insel mit ihren vielen unvorhersehbaren und saisonalen Ressourcen letztendlich wesentlich kognitiv herausfordernder sein sollte, als die langfristige Nähe zum Menschen. Künftig wollen die WissenschafterInnen untersuchen, wie sich andere Tierarten wie Papageienarten oder Primaten in der Innovationsarena schlagen.

Die Studie „Using an Innovation Arena to compare wild-caught and laboratory Goffin’s cockatoos“ von Theresa Rößler, Berenika Mioduszewska, Mark O’Hara, Ludwig Huber, Dewi Prawiradilaga und Alice Auersperg wurde im Fachjournal „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Forscherin Theresa Rößler
© Berenika Mioduszewska

Über den/die Forscher*In

Theresa Rößler ist PhD Studentin am Goffin Lab Goldegg des Messerli Forschungsinstituts an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Ihr Forschungsinteresse gilt der Innovationsfähigkeit des gewieften Goffini Kakadus. Dafür stellt sie die Papageien in verschiedenen Studien vor kleine, mechanisch lösbare, Rätsel und beobachtet welche Bedingungen und Charakteristiken deren Erfindergeist beeinflussen und welche Mechanismen ihm zugrunde liegen könnten.