Krank auf Reisen

Malaria gilt seit jeher als eine der bedeutendsten Reisekrankheiten. Mehrere hundert Urlauber kehren jährlich mit der lebensgefährlichen Infektion aus dem Urlaub zurück.

Größere Mobilität bedeutet höheres Risiko einer Reisekrankheit. Malaria gilt seit jeher als eine der bedeutendsten Reisekrankheiten. Mehrere hundert Urlauber kehren jährlich mit der lebensgefährlichen Infektion aus dem Urlaub zurück. Kinder sind für einen schweren Verlauf besonders gefährdet.

Malaria bei Kindern

Besonders bei Kindern unter fünf Jahren führt die Krankheit zu einer hohen Komplikationsrate. Weltweit stirbt alle zwei Minuten ein Kind an Malaria. Bei den kleinen Patient*innen kann es zu einer sogenannten zerebralen Malaria kommen. Das bedeutet die Erkrankung führt zu einer Entzündung des Gehirns, die derzeit noch nicht adäquat behandelt werden kann. Zur Bekämpfung dieser Krankheit verfolgt Karin Albrecht-Schgör vom Institut für Zellgenetik an der Medizinischen Universität Innsbruck einen völlig neuen Ansatz: „Bisher zielten die Therapien auf die Malaria Parasiten ab, aber in meiner Forschungsarbeit möchte ich mich der pathologischen Rolle des Immunsystems widmen.“ Die sogenannten CD8+ T-Zellen sind hauptverantwortlich für die Zerstörung von Gefäßen im Gehirn und damit für den fatalen Verlauf der Erkrankung. „Mittels Blockade eines bestimmten Rezeptors auf T-Zellen sollen diese so reguliert werden, dass sich der Malaria Parasit weniger rasch vermehren kann und gleichzeitig die zerstörerische Aktivität im Gehirn verringert wird.“ Derzeit befindet sich das Vorhaben in der Grundlagenforschung. Sollte sich der innovative Therapieansatz beweisen lassen, wäre eine klinische Anwendung aber vergleichsweise rasch möglich. 

Karin Albrecht Schwör
© Daniel Novotny

Über den/die Forscher*In

Karin Albrecht Schgör hat Pharmazie an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck studiert und dort auch ihren PhD absolviert. 2008 wechselte sie als Postdoc an die Medizinische Universität Innsbruck, zunächst an die Univ.-Klinik für Kardiologie. Seit 2015 forscht die gebürtige Vorarlbergerin am Institut für Zellgenetik und habilitierte zu Endothel-Zellen als mögliche neue Medikamenten-Targets. Albrecht Schgör erhielt 2013 den renommierten Sanofi-Aventis-Research-Award und kürzlich Mittel aus dem hochdotierten „1000-Ideen Programm“ des FWF für ihre innovative Forschung zu Malaria.