Lehre in Corona-Zeiten

Durch die Software „LabBuddy“ können Laborinhalte digitalisiert werden und Lehrinhalte trotz Lockdowns vermittelt werden.

Lehrende an der TU Graz haben Laborinhalte mit Hilfe der Software „LabBuddy“ digitalisiert – ein Beispiel für die Kreativität, mit der Lehrinhalte trotz coronabedingten Lockdowns vermittelt werden.

Von einem Tag auf den anderen verbannte die Pandemie die Studierenden aus den Hörsälen. Diese Veränderung hat sich niemand vorgestellt und schon gar nicht gewünscht. Aber birgt sie auch Chancen? Hier ein Einblick in ein Lehrprojekt an der TU Graz.

Digitale Lehrmittel

„Wir hatten uns schon vor der Pandemie das Ziel gesetzt, unsere molekularbiologische Laborübung zu überarbeiten und mit digitalen Lehrmitteln zu unterstützen. Nun standen wir vor der Aufgabe, die Übung unter verschärften Hygienemaßnahmen und coronabedingten Einschränkungen durchzuführen und den Lernerfolg der Studierenden bestmöglich zu unterstützen,“ erklärt Robert Kourist, Leiter des Instituts für Molekulare Biotechnologie an der TU Graz, die Ausgangssituation.

„Mit der Lernsoftware „LabBuddy“ eines niederländischen Unternehmens stellten wir den Ablauf unserer Laborversuche digital nach. Mein Team am Institut hat viel Enthusiasmus und Zeitaufwand in das Projekt eingebracht.“

Vorbereitung zu Hause

In der neuen Laborversion bereiten Studierende zu Hause selbstständig Experimente mit festgelegten Aufgabenstellungen vor. Videoanleitungen, Infoboxen und Arbeitsprotokolle vermitteln das nötige Hintergrundwissen. Übungsfragen zur Selbstkontrolle sind Teil des Ablaufs. Somit haben die Studierenden die Experimente zu Hause genau durchgearbeitet, bevor sie im Labor real stattfinden.

Aufgrund der Pandemie war die Anzahl der Teilnehmenden, die sich gleichzeitig im Übungslabor aufhalten durften, deutlich verringert. „Wir entschieden uns daher, etwas weniger Experimente durchzuführen – und das im Schichtbetrieb. So stand uns zwar weniger Zeit zur Verfügung und wir benötigten mehr Raum. Dennoch konnten wir mit Hilfe von „LabBuddy“ den vollen Lehrinhalt aller Experimente an immerhin 36 Übungsteilnehmende vermitteln“, freut sich Kourist. Zwei kleinere Experimente wurden von den Studierenden virtuell durchgeführt während das größte im Übungslabor umgesetzt wurde.

Besser verstanden, gezielt betreut

Die Rückmeldungen der Studierenden waren durchwegs positiv. Sie konnten sich besser auf den Laborkurs vorbereiten und die Inhalte besser verstehen. Weil sie schon vor der praktischen Arbeit mit den Abläufen der Experimente vertraut waren, blieb vor Ort mehr Zeit für eine gezielte Betreuung. Das Lehrteam wird „LabBuddy“ daher auch nach der Pandemie als Unterstützung und Vorbereitung für den Laborkurs anbieten.

Das Projekt „LabBuddy“ ist eines von 13 Projekten, die die TU Graz 2020 erstmals mit Mitteln aus einem Projektfonds für gute und innovative Lehre im strategischen Projekt Lehre 2020plus finanziell unterstützte. Mehr darüber im News+Stories-Beitrag auf der TU Graz Webseite.

Robert Kourist Universitätsprofessor für Molekulare Biotechnologie
© Lunghammer – TU Graz

Über den/die Forscher*In

Robert Kourist kam 2017 von der TU Bochum als Universitätsprofessor für Molekulare Biotechnologie an das gleichnamige Institut der TU Graz. Mit seiner Forschung an Biokatalysatoren trägt er dazu bei, dass Pharmastoffe und biobasierte Polymere zukünftig umweltfreundlich her-gestellt werden können.