Leichteres Erkennen von Fischallergien

Die kürzlich veröffentlichte Studie des Forschungsteams um Heimo Breiteneder und Tanja Kalic von der MedUni Wien zeigt: das Allergen Kollagen ist in den meisten Diagnosetests nicht ausreichend enthalten. Dadurch werden viele Fischallergien nicht umfassend festgestellt.

Immer mehr Menschen leiden weltweit an einer Fischallergie. Die Wahrscheinlichkeit eines anaphylaktischen Schocks ist bei dieser Allergie viel höher als bei anderen. Allein der Hautkontakt oder das Einatmen der Fischdämpfe kann für eine allergische Reaktion sorgen.

Die Forschungsgruppe unter der Leitung von Heimo Breitender und Tanja Kalic vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien forscht seit längerem an einer Verbesserung der Fischallergiediagnostik für Patient*innen. 2018 wurde etwa entdeckt, dass Nagelrochen eine gute Alternative für Fischallergiker*innen sein könnten.

Zu wenig Kollagen

In der aktuellen Studie, die zusammen mit der Forschungsgruppe von Andreas Lopata von der James Cook University in Townsville, Australien durchgeführt wurde, wird aufgezeigt, dass für 20 Prozent der Fischallergiker*innen Kollagen ein wichtiges Allergen ist. Ein möglicher Grund für die geringe Menge von Kollagen in Diagnosetests sei, dass sich Kollagen in neutralen wässrigen Lösungen nicht löse. Diese werden üblicherweise in Forschung und Diagnose eingesetzt. Daher wurde bei dieser Forschung ein bestimmter Reinigungsansatz mit stark sauren Lösungen verwendet. Die Studie wurde vor Kurzem im „Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice“ veröffentlicht.

Die Forschungsergebnisse sind für Patient*innen wichtig, da man nicht nur durch den Verzehr von Fisch allergisch auf Kollagen reagieren kann, sondern auch, wenn es in kosmetischen oder pharmazeutischen Produkten enthalten ist. Auch in anderen Lebensmitteln als Fisch kann Kollagen enthalten sein. Mittlerweile wurde es offiziell als Allergen registriert. Man erhofft sich dadurch eine stärkere Anerkennung.

„Unsere Studie unterstreicht die Notwendigkeit der Charakterisierung einzelner Allergene und deren Einbeziehung in Diagnostik-Panels, insbesondere von Allergenen mit ungewöhnlichen biochemischen Eigenschaften“, betont Breiteneder.

Forscher Heimo Breiteneder
© MedUni Wien/Matern

Über den/die Forscher*In

Heimo Breiteneder ist seit 2011 Professor für Medizinische Biotechnologie im Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Aufklärung von Ereignissen, die zu einer allergischen Sensibilisierung führen sowie die Entwicklung von Melanomimpfstoffen.