Phsychotherapiesitzung

Mehr maßgeschneiderte Psychotherapieangebote

Nicht jedes Angebot passt für jede*n mit psychologischen Nöten. Das Psychotherapeutische Forschungs- und Lehrzentrum bietet Erwachsenen und auch älteren Menschen (zeitsparende und) kostengünstige Psychotherapie, die auf die individuelle Symptomschwere, den Leidensdruck und die persönliche Lebenssituation der Betroffenen abgestimmt wird. Zudem ist die therapeutische Arbeit mit der Erforschung wirksamer Methoden verknüpft.

„Für viele Patient*innengruppen, beispielsweise für Menschen im höheren Alter, haben wir derzeit noch wenig effiziente Behandlungsmethoden, von denen sich wissenschaftlich nachweisen lässt, dass sie wirksam sind“, erläutert Sylke Andreas. Dass das Problem bereits seine Wurzeln bei der Diagnose psychischer Erkrankungen hat, zeigte sie zuletzt in einer international vielbeachteten Studie: Während man bis dahin davon ausging, dass die Häufigkeit psychischer Erkrankungen im höheren Alter sinkt, konnte sie mit einem neuen Diagnostikinstrument nachweisen, dass rund ein Drittel der 65 bis 85 Jahre alten Befragten rückblickend auf das letzte Jahr unter einer psychischen Erkrankung litt und rund ein Viertel der Befragten zum Untersuchungszeitpunkt psychisch krank war.

Was wirkt wie – und bei wem?

Die Psychotherapieforschung versucht, der Wirksamkeit psychotherapeutischer Methoden auf den Grund zu gehen. Bisher wisse man noch deutlich zu wenig, erklärt Sylke Andreas: „Der bestuntersuchte Faktor ist die therapeutische Beziehung, aber wir haben einen großen Anteil, der nicht aufgeklärt ist. Da gehören zum Beispiel die Prozesse dazu, die zwischen den Sitzungen passieren.“ Außerdem möchten sie und ihr Team ergründen, welche Bedürfnisse die Patient*innen an die jeweiligen Therapeut*innen haben. Hier treibt sie die Frage „was wirkt bei wem?“ an. Andreas führt dazu aus: Es gibt unzählige Verfahren, die alle ihre Berechtigung haben. Manche davon sind sehr zeit- und kostenintensiv. Wir müssen herausfinden, welche Methode in einem konkreten Fall am besten weiterhilft.“

Therapien für Forschung nutzen

„Das Psychotherapeutische Forschungs- und Lehrzentrum macht nun auch älteren Menschen in der Region ein Angebot, das ihnen den Zugang zu psychotherapeutischer Behandlung erleichtern soll. Die Wartezeiten sind gering und die Kosten liegen deutlich unter dem üblichen Stundensatz“, so Caroline von Korff, therapeutische Leiterin des Zentrums. Psychotherapeutische Behandlungsplätze werden unter der Voraussetzung angeboten, dass sich Patient*innen einverstanden erklären, dass die aus der Behandlung gewonnenen Daten anonymisiert wissenschaftlich ausgewertet werden. Patient*innen profitieren dadurch, dass aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in das Therapieangebot einfließen. Was man aus diesen Therapien lernt, soll umgekehrt auch in die Psychotherapieforschung einfließen. So will man wichtige Forschungslücken – wie beispielsweise die Wirksamkeit von Therapiemethoden bei Menschen im höheren Alter – schließen.

Forscherin Andreas Sylke
© Photo Riccio

Über den/die Forscher*In

Sylke Andreas ist Professorin an der Abteilung für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Psychoanalyse am Institut für Psychologie der Universität Klagenfurt. Sie hat die wissenschaftliche Leitung des Psychotherapeutischen Forschungs- und Lehrzentrums inne. Ihr Ziel ist es, die Wirksamkeit psychotherapeutischer Methoden zu erforschen.
Forscherin Caroline von Korff
© Photo Riccio

Über den/die Forscher*In

Caroline von Korff ist Lehrende am Institut für Psychologie der Universität Klagenfurt. Als therapeutische Leiterin des Psychotherapeutischen Forschungs- und Lehrzentrums hat sie die enge Zusammenarbeit zwischen universitärer Forschung und Therapiepraxis im Fokus ihrer Arbeit – im Sinne eines psychotherapeutischen Angebots, das an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtet ist.
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