Messung von Outcome-Daten kann Therapieentscheidungen verbessern

Um bessre Behandlungsmaßnahmen für Patient*innen zu ermöglichen erhebt das Innovative Projekt H2O Daten.

Wie hat sich mein Wohlbefinden in den vergangenen Wochen verändert? Wie gut bin ich im Alltag trotz meiner Krankheit zurechtgekommen? Wann habe ich Nebenwirkungen von Medikamenten bemerkt? Und wie haben sich bestimmte Symptome, wie z.B. Schmerz oder Müdigkeit in letzter Zeit entwickelt? Solche Fragen stellen sich viele Patient*innen mit chronischen Erkrankungen. Diese Fragen zu beantworten steht im Zentrum des Innovative Medicines Initiative Projekts Health Outcomes Observatory (H2O) – mit der MedUni Wien in führender Rolle.

Outcome-Daten

Als „Outcomes“ bezeichnet man Behandlungsergebnisse im Gesundheitsbereich. Dazu gehören klinische Befunde im Krankheitsverlauf, aber auch Lebensqualität und Funktionsfähigkeit, die den Patientinnen und Patienten oft am meisten bedeuten. Solche Messgrößen werden meist aus Sicht der Patient*innen selbst erhoben. Ein von Tanja Stamm, Leiterin des Instituts für Outcomes Research, Zentrum für Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente Systeme an der MedUni Wien, verfasstes Konzeptpapier beschreibt detailliert, wie Patient*innen von solchen standardisierten Outcome-Messungen profitieren können.

H2O Projekt

Outcome-Daten werden im H2O-Projekt in elektronischen Krankenakten dokumentiert und durch Patient*innen-berichtete Fragebögen vervollständigt. Diese werden digital mittels Apps erhoben. Die Daten werden in verständlicher Form aufbereitet und stehen sowohl den Patient*innen selbst, als auch dem interdisziplinären Behandlungsteam zur Verfügung. Auf Basis dieser Daten können die Patient*innen selbst beurteilen, welche Maßnahmen ihnen helfen im Alltag besser mit bestimmten Symptomen zurecht zu kommen. Die erhobenen Daten ermöglichen dem Behandlungsteam außerdem zielgerichtete Behandlungsempfehlungen. 

H2O wird zunächst Patient*innen mit Diabetes, entzündlichen Darmerkrankungen und bestimmte Tumoren zur Verfügung stehen. Outcome-Observatorien werden in vier europäischen Ländern, darunter Österreich, errichtet. Eine Erweiterung auf andere Krankheitsbereiche und Länder ist geplant. 

Tanja Stamm Professur Outcomes Research
© MedUni Wien/Matern

Über den/die Forscher*In

Tanja Stamm hat seit 2015 die Professur für Outcomes Research an der MedUni Wien inne. Sie ist habilitierte Gesundheitswissenschafterin, 2007 an der MedUni Wien. Einen Großteil ihrer Ausbildung absolvierte sie im Ausland, unter anderem am Karolinska Institutet (Therapiewissenschaft, MSc) in Stockholm, an der University of Brighton in England (PhD-Studium) und an der medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München (Humanbiologie, Dr. rer.biol.hm.).