Mobil trotz Diabetes

Die Autoimmunerkrankung Typ-1 Diabetes greift massiv in den Alltag der Betroffenen ein. Durch neue Ansätze wie das „Closed loop system“ werden Therapien immer mobiler.

Typ-1 Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, die dazu führt, dass Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse vom körpereigenen Immunsystem zerstört werden. Auch wenn diese Erkrankung zwar nicht geheilt, aber gut therapiert werden kann, greift sie doch massiv in den Alltag der Betroffenen ein. Mehrmals tägliches Blutzucker-Messen und die Gabe von Insulin gehören den grundlegenden Maßnahmen für einen gut eingestellten Stoffwechsel.

Technische Innovationen 

Eine besonders wichtige Rolle kommt den Fortschritten der technischen Diabetes-Therapie zu. Gemeint sind all jene Hilfsmittel, die eine Zuckerkontrolle sowie den Insulinbedarf beziehungsweise die Abgabe von Insulin berechnen und kontrollieren helfen. „Closed loop system“ nennt sich jener Ansatz, mit dem die Bewältigung des diabetischen Alltags durch die Steuerung des Insulinbedarfs optimiert werden soll. „Dabei kommt ein kontinuierlich messender Glukosesensor zur Bestimmung des Blutzuckers, eine Pumpe zur gezielten Insulinabgabe sowie eine App auf einem mobilen Gerät – wie etwa einem Smartphone –, die die Messdaten des Sensors auswertet und den Glukose-Insulin-Regelkreis der Pumpe steuert, zum Einsatz“, erklärt Sabine Hofer die zukunftsweisende Methode. Die Leiterin der pädiatrischen Diabetesambulanz in Innsbruck untersuchte im Rahmen des EU-Projekts KidsAP die Alltagstauglichkeit dieser Methode für Kleinkinder. Die Pilotstudie des KidsAP Projekts wurde im Sommer 2017 gestartet und ist mittlerweile erfolgreich beendet. Die Hauptstudie, gemeinsam mit den Medizinischen Universitäten Wien und Graz, den Universitäten Leipzig, Luxemburg, Cambridge, dem Teaching Hospital Leeds sowie der University of Edinburgh, wird Anfang 2021 fertiggestellt und die ersten Ergebnisse werden für Sommer 2021 erwartet. Ziel ist es den Einfluss des Closed Loop Systems auf die Stoffwechseleinstellung zu überprüfen, die Anzahl der Unterzuckerungen zu reduzieren und die Lebensqualität sowie die Schlafqualität von Familien zu verbessern die Kleinkinder mit Diabetes betreuen.

Forscherin Sabine Hofer
© MUI

Über den/die Forscher*In

Sabine Hofer – Leiterin der Diabetes-Ambulanz an der Innsbrucker Univ.-Klinik für Pädiatrie I. Die Diabetologin forscht bereits seit vielen Jahren zum Thema Diabetes im Kindesalter. Die in Bad Häring geborene begeisterte Forscherin hat in Innsbruck Medizin studiert. Schon während ihres Studiums lernte sie im Rahmen der Physiologie und Balneologie Ausbildung das wissenschaftliche Arbeiten und als „Demonstratorin“ auch den Umgang mit Studierenden kennen. Der Physiologie blieb sie nach Studienabschluss ein Jahr lang als Assistentin treu, ehe sie an die Innsbrucker Kinderklinik wechselte.