Klezmer Reloaded

Musik von Minderheiten

Es gibt kaum eine Gesellschaft auf der Welt, in der Musik keine Rolle spielt. Ursula Hemetek hat sich früh in ihrer Karriere dafür entschieden, sich mit der Musik von marginalisierten Gruppen zu beschäftigen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Musik von Minderheiten in Österreich, insbesondere Roma, burgenländische Kroat*innen, Migrant*innen und Flüchtlinge.

Die Ethnomusikologie beschäftigt sich generell mit Musik im sozialen Zusammenhang, damit, was Musik für Menschen bedeutet. Forscherin Ursula Hemetek: „Musik ist wirkmächtig, sie kann der Identifikation ebenso wie der Repräsentation dienen, sie kann instrumentalisiert werden. Somit ist Musik ein wesentlicher gesellschaftspolitischer Faktor. Für marginalisierte Gruppen kann Musik zusätzliche vielfältige Bedeutungen in diesem Spannungsfeld haben.“

Minderheitenforschung, eine Forschung, die sich mit marginalisierten und oft diskriminierten Gruppen beschäftigt, trägt besondere Verantwortung, diese Personen auf angemessene Weise zu repräsentieren. Sie hat aber auch das Potential, ihnen jene Handlungsmacht zu verleihen, die ihnen von politischen Verantwortungsträger*innen meist vorenthalten wird. Daher ist es für Ursula Hemetek im von ihr gegründeten Forschungszentrum Music and Minorities Research Centre (MMRC) von zentraler Bedeutung, eng mit NGOs zusammenzuarbeiten und in ihrer Forschung dialogische Forschungsformate zu entwickeln und einzusetzen. Hauptkooperationspartnerin des MMRC ist die Initiative Minderheiten.

© Sabine Hauswirth

Über den/die Forscher*In

ao.Univ.-Prof.in Dr.in Ursula Hemetek lehrt seit 1992 an der mdw, seit 2011 leitet sie das Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität. Siei st seit 2017 Generalsekretärin des „International Council for Traditional Music“ (ICTM), 2018 erhielt sie den Wittgenstein-Preis und eröffnete 2019 mit dem Preisgeld das MMRC.
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