Neuartige Helferzellen lassen auf Therapie für Schmetterlingskinder hoffen

Amerikanische Forscher des Benaroya Research Institute in Seattle (USA) identifizierten vor kurzem eine spezielle Immunzell-Art im menschlichen Blut. Immunologen der Universität Salzburg unter der Leitung der Biologin Dr. Iris Gratz entdeckten und untersuchten diese spezielle Helfer-T-Zell-Population nun auch in der Haut.

Die Salzburger Immunolog*innen sind weltweit die ersten, die sich mit dieser Helferzelle und ihrer Rolle in der Haut beschäftigen. Ein gemeinsames, vom National Institute of Health (NIH, USA) hoch dotiertes Forschungsprojekt, lässt auf neue Therapiemöglichkeiten für Schmetterlingskinder hoffen. Aber auch Patient*innen mit anderen chronischen Wunden sollen von dieser wegweisenden Entdeckung profitieren.

Die Ursachen für Wunden sind vielfältig, erläutert Dr. Iris Gratz, Fachbereich Molekulare Biologie der Universität Salzburg: „Wunden können durch genetisch bedingte Krankheiten, wie bei den Schmetterlingskindern, entstehen; aber auch die Konsequenz von Durchblutungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen wie etwa bei Diabetes oder einer fehlgeleiteten Immunreaktion sein.“

Die Salzburger Immunolog*innen haben nun entdeckt, dass in der Haut eine spezielle T-Helferzelle vermehrt vorkommt. „Wir gehen davon aus, dass sie auf den Heilungsprozess großen Einfluss hat“, sagt Gratz. Die Wissenschaftler*innen wollen herausfinden wie diese T-Helferzelle genau funktioniert und welche Funktion sie bei der Wundheilung ausübt. Denn erst wenn Hautzellen SOS-Signale senden, werden Immunzellen aktiviert und die T-Helferzelle tritt in Aktion. „Diesen Kommunikations- und Signalwegen wollen wir nachgehen“, informiert Gratz.

„Denn auch die T-Helferzelle sendet Signale und Botenstoffe an das Hautgewebe zurück, während sie gleichzeitig erste Schritte zur Wundheilung einleitet.“ Die Biologin arbeitet mit dem von DEBRA Austria durch Spendengelder finanzierten EB-Haus Austria an der Universitätsklinik für Dermatologie in Salzburg zusammen und nimmt an klinischen Studien teil.

Den Förderantrag für ihr Projekt stellte Gratz gemeinsam mit dem amerikanischen Partner Dr. Daniel Campbell vom Benaroya Research Institute in Seattle. Von den insgesamt 2,5 Mio. Dollar gehen 740.000,- an die Salzburger Forschergruppe für einen Zeitraum von 5 Jahren.

© Kolarik

Über den/die Forscher*In

Iris Gratz ist assoziierte Professorin am Fachbereich Biowissenschaften der Universität Salzburg. Die gebürtige Oberösterreicherin studierte in Salzburg Biologie. Wie bereits in ihrer Diplomarbeit, beschäftigte sie sich auch in ihrer Dissertation, die sie ebenfalls an der Universität Salzburg verfasste, mit dem Immunsystem. Gratz arbeitet mit dem EB-Haus Austria an der Universitätsklinik für Dermatologie Salzburg in der Forschung für „Schmetterlingskinder“ zusammen. Im Rahmen eines Erwin Schrödinger Stipendiums verbrachte sie insgesamt fünf Jahre an der University of San Francisco.