Soziale Teilhabe im Alter stärken

Ältere Menschen leiden häufig unter Einsamkeit. Wie lässt sich soziale Teilhabe Älterer in Zukunft verbessern? Ein Forschungsprojekt der Universität für Weiterbildung Krems sucht nach Lösungen.

Einsamkeit erhöht die Sterblichkeit

In Österreich leben rund 37 Prozent der Bevölkerung alleine. Bei Personen über 65 Jahre sind es sogar 51 Prozent. Pensionierung, der mit dem zunehmenden Alter einhergehende Verlust von Bezugspersonen, eingeschränkte Mobilität und Wahrnehmungsfähigkeit führen vor allem bei Älteren dazu, dass sie häu­figer unter Isolation und Einsamkeit leiden. Einsamkeit ist ein Risikofaktor, der mit Tabakkonsum vergleichbar ist.

Betroffene haben ein um bis zu 26 Prozent höheres Sterblich­keitsrisiko und leiden häufiger an phy­sischen und psychischen Erkrankungen. Die steigende Lebens­erwartung und die Zunahme des Anteils der über 60-Jährigen spielt eine große Rolle, dass Einsamkeit eine zentrale gesundheitspolitische Herausforderung in alternden Gesellschaften weltweit ist.

Interventionen finden und implementieren

Daher widmet sich das Forschungsprojekt der Erarbeitung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen, wie die soziale Teilhabe im Alter gestärkt werden kann. Das Forschungspro­jekt identifiziert derzeit potenziell wirksame Interventionen auf Basis des besten verfügbaren Wissens, wählt in einem gemeinschaftlichen Entscheidungsprozess, basierend auf dem „Evidence to Decision Framework“, geeignete Maßnahmen aus und begleitet deren Anpassung und Umsetzung wissenschaftlich. Abschließend wird eine Evaluation Auskunft darüber geben, ob die Maßnahmen die erwartete Wirkung zeigen.

Grillich Ludwig
© Universität für Weiterbildung Krems / Andrea Reischer

Über den/die Forscher*In

Der Psychologe Mag. Ludwig Grillich forscht an der Universität für Weiterbildung Krems an Projekten, die sich mit der Evaluation im Feld der Medizin sowie der Weiterbildung beschäftigen. Er konzipiert und entwickelt themenspezifischen Angeboten in der Weiterbildung. Grillich ist Stellvertretender Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation der Universität für Weiterbildung Krems.