Über Gesundheitsthemen aufklären

Die beste Corona-Krisenstrategie verfehlt ihre Ziele, wenn es nicht gelingt, möglichst alle Menschen über Sicherheitsmaßnahmen aufzuklären.

„Die Gesundheitspsychologie kann viel zur Förderung von Public Health beitragen“, so Xiang Zhao, der an der Universität Klagenfurt forscht. Der aus China stammende Wissenschaftler möchte Erfahrungen aus Fernost auch hierzulande teilen, denn: „China hat im Zuge der Krise zunehmend besser mit der Öffentlichkeit kommuniziert.“ Als Beispiel führt er an, dass hierzulande zum häufigen Händewaschen aufgerufen werde. „Für mich macht diese Information wenig Sinn. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Hände zu waschen? Wie lange soll ich meine Hände waschen? Wenn Sie die chinesischen Anweisungen damit vergleichen, werden Sie sich über deren Detailliertheit wundern.“

Gesundheitskommunikation auf allen Ebenen

Gerade eine akut auftretende Krise wie die Corona-Pandemie macht Kommunikation auf allen Kanälen nötig. „Wir brauchen hier eine systematische Arbeit, in der traditionelle Medien wie Fernsehen und Zeitungen sowie Soziale Medien gleichermaßen eine Schlüsselrolle dabei spielen, die Menschen umfassend zu informieren.“ Gesundheitsforscher*innen müssten dabei aber auch stets Falschnachrichten im Blick behalten. Xiang Zhao erinnert in dem Zusammenhang an ein Gerücht, das Anfang Februar die Runde machte: „Einige Raucher*innen sagten, dass Tabakrauch präventiv für COVID-19 wirkt. Schnell haben einige Forscher*innen evidenzbasiert darauf reagiert und ihre Informationen – mit schönen Illustrationen – über WeChat geteilt. Das Rauchen von Zigaretten ist auch in Österreich ein ernstes Gesundheitsproblem, und es ist dringend nötig, Raucher*innen über das hohe Risiko zu informieren. Raucher*innen, die sich mit COVID-19 infizieren, weisen einen schlechteren Lungenzustand auf als Nichtraucher*innen.“

In Kommunikation bleiben

Konsistente und transparente Information kann in Zeiten der Pandemie zum Lebensretter werden. Xiang Zhao geht davon aus, dass noch mehr E-Learning-Tools und Cyberkommunikation notwendig sein werden, um die Übertragung des Virus zu verringern und den Menschen dabei zu helfen, Arbeit und Alltag gut zu bewältigen. Darüber hinaus betont er: „Besonders an Orten mit großer Internationalität ist es wichtig, Informationen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung zu stellen. Sprachliche Missverständnisse und eine Epidemie können zusammen zu einem Riesenproblem für jeden werden!“

© Universität Klagenfurt

Über den/die Forscher*In

Xiang Zhao ist Postdoc-Forschungsassistent am Institut für Psychologie der Universität Klagenfurt. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen der Gesundheitserziehung und –promotion unter Berücksichtigung einer globalen Perspektive. Zhao will verstehen, wie wir mit großen Gesundheitsherausforderungen wie dem Rauchen umgehen können und will zur Entwicklung von Kommunikations- und Aufklärungsstrategien beitragen.