Beitragsbild Trinkwasser

Verunreinigtes Trinkwasser: Neue JKU-Technologie könnte weltweit Epidemien verhindern

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist für uns in Österreich selbstverständlich. Knapp eine Milliarde Menschen haben dieses Privileg weltweit nicht. Fast zwei Millionen sterben jedes Jahr aufgrund von Wasserverunreinigungen. Eine neue Technologie der Johannes Kepler Universität Linz macht gefährliche Verunreinigungen nun rasch und kostengünstig sichtbar.

Einige Parasiten sind robust und widerstandsfähig gegen herkömmliche Wasserdesinfektionsmittel. Darüber hinaus sind viele dieser Krankheitserreger sehr klein (Mikrometerbereich) und können nur sehr schwer gefunden und unschädlich gemacht werden. Medina Hamidović vom Institut für Nachrichtentechnik und Hochfrequenzsysteme und ihre Kolleg*innen haben es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Problem zu lösen.

Revolutionäre Verbesserung

Hamidovic kombinierte medizinisches und technisches Know-how der JKU mit dem ihres Kooperationspartners, der Heriot-Watt Universität in Schottland. Nach zweijähriger Forschungsarbeit gelang es ihr, ein System zu entwickeln, das in acht Minuten produziert werden kann und lediglich 1 Euro pro Stück kostet. Durch die kurze Fertigungszeit ist das System auch für eine Großserienproduktion geeignet. Ein Wassertropfen reicht aus, um binnen 2-3 Stunden Krankheitserreger verlässlich nachzuweisen.

Zum Vergleich: Herkömmliche Systeme weisen eine Verarbeitungszeit von mehreren Tagen auf und benötigten Hunderte Liter Wasser; die Geräte kosten zudem mehrere Tausend Euro pro Stück – für viele Entwicklungsländer nicht finanzierbar. Zudem müssen die Arbeitsschritte manuell überwacht werden, was die Techniker*innen einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzt. Das neue JKU System läuft hingegen vollständig automatisiert ab. Und sorgt so künftig dafür, dass endlich nicht nur in reichen Ländern Wasser trinken kein Spiel auf Leben und Tod mehr ist.

© Johannes Kepler Universität Linz

Über den/die Forscher*In

Medina Hamidovic studierte an der Universität Tuzla Elektrotechnik. 2017 kam sie als Doktorandin an die JKU, wo sie an Networked Labs-on-a-Chip arbeitet. Für ihre Arbeit wurde sie heuer mit dem „Women in Technology Award“ von Zonta International, USA, ausgezeichnet.
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