Video der MedUni Wien erklärt richtiges Händewaschen

Die Übertragung gesundheitsschädlicher Bakterien und Viren kann durch regelmäßiges Händewaschen vermieden werden. Ein Video der Medizinischen Universität Wien zeigt nun, wie man in fünf Schritten die Hände effektiv und richtig wäscht.

Immer noch nehmen zu viele Menschen leichtfertig in Kauf, wegen unzureichender Hygienemaßnahmen schwerwiegend zu erkranken. Bis zu 80 Prozent aller Infektionskrankheiten werden über die Hände übertragen, schätzt Florian Thalhammer von der Klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin der MedUni Wien: „Ein gutes Beispiel sind Erkältungskrankheiten wie Schnupfen oder Grippe. Händewaschen verringert die Gefahr massiv, da die Keimzahl um mehr als 99 Prozent reduziert werden kann“.

Die MedUni Wien hat in einem Erklärvideo anlässlich des Welttags der Händehygiene die fünf wichtigsten Schritte beim Händewaschen, und worauf man genau achten muss, anschaulich zusammengefasst.

Richtiges Händewaschen sollte 20 bis 30 Sekunden dauern

Am besten sei es, die Hände regelmäßig zu waschen: wenn man nach Hause kommt, vor dem Kochen und Essen sowie selbstverständlich nach dem Toilettengang. Um Keime zu minimieren, genügt es nicht, die Hände einmal kurz abzuspülen. Thalhammer: „Man hält sie unter das fließende Wasser und seift anschließend die Handinnenflächen, Handrücken, die Fingerspitzen und auch die Fingerzwischenräume sowie die Fingernägel gründlich ein. Für das gründliche Händewaschen nicht stark verschmutzter Hände benötigt man 20 bis 30 Sekunden.“

Seife gehört dazu, weil sie die Oberflächenspannung von Wasser senkt, das so besser in Kontakt mit den Schmutzpartikeln kommt. Thalhammer rät zu Flüssigseifen, die hygienischer als die klassischen Seifenstücke sind: „Da der Säureschutzmantel unserer Haut eine natürliche Barrierefunktion gegen Krankheitserreger darstellt, sind pH-neutrale Seifen zu bevorzugen“. Es ist sinnvoll, die nassen Hände gründlich zu trocknen, da Keime im feuchten Milieu besser überleben können. Dafür sollte man nur das eigene Handtuch oder ein Wegwerfhandtuch verwenden.

© MedUni Wien/Matern

Über den/die Forscher*In

Univ.-Prof. Dr. Florian Thalhammer habilitierte im Jahr 1999 im Fach Innere Medizin. Seither ist Thalhammer an der Universitätsklinik für Innere Medizin I, Klinische Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin, Medizinische Universität Wien, tätig. Seit 2007 ist er auch Additivfacharzt für Infektionen und Tropenmedizin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Antiinfektiva bei extrakorporaler Nierenersatztherapie und anderen Organersatzverfahren sowie Pharmakokinetik und –dynamik von Antibiotika.