Viren gegen Krebs

Wie Viren Krebszellen zerstören und sie für das Immunsystem sichtbar machen.

An der Medizin Uni Innsbruck forschen Wissenschafter*innen wie Guido Wollmann an fortschrittlichen Krebstherapien. Das Team um Wollmann verfolgt einen neuartigen Ansatz: Die Kombination aus Viren- und Immuntherapie. Die Forscher*innen setzen bestimmte Viren ein, um Tumorgewebe zu zerstören. In Kombination mit den natürlichen Abwehrkräften des Körpers wollen sie bestehende Behandlungsmethoden verbessern.

Neuer Ansatz

Bisher sind die Immuntherapie und Virentherapie getrennt eingesetzt worden. „Bei der Immuntherapie kann man bei den Patient*innen, die ansprechen, sehr beeindruckende Langzeiteffekte sehen. Das Problem ist nur, dass es maximal 20 Prozent einer Tumorklasse betrifft. Wir versuchen, diese Ansprechrate deutlich zu erhöhen“, erklärt Laborleiter Guido Wollmann. Die onkolytischen Viren, mit denen die Forscher*innen arbeiten, infizieren nur Tumorgewebe und können sich nur in Krebszellen vermehren. Die Viren können einerseits Tumorzellen aktiv zerstören oder andererseits sie auch für das Immunsystem sichtbar machen, um eine Abwehrreaktion des Körpers zu provozieren. Das Immunsystem hat verschiedene Wege, wie es gegen Eindringlinge reagiert. Hier kommt die Immuntherapie mit der Virustherapie zusammen. Speziell gezüchtete Viren werden weiterentwickelt: Die Forscher*innen greifen in deren Erbinformationen ein, um neue Eigenschaften zu erhalten. Ziel ist es, dass sie bei der Therapie verschiedener Krebsarten zuverlässig eingesetzt werden können.

© MUI F. Lechner

Über den/die Forscher*In

Nach seinem Medizinstudium an der Charité – Universitätsmedizin Berlin absolvierte Guido Wollmann seinen Postdoc am Department für Neurochirurgie an der Yale University School of Medicine wo er 2007 Associate Research Scientist wurde. Seit 2014 ist der Mediziner Group Leader für Onkologische Virus-Entwicklung am Institut für Virologie und ist Leiter des Chiristian-Doppler Labors für Virale Immuntherapie von Krebs an der Medizinischen Universität Innsbruck.