Wie wird das Wetter im Weltraum?

Es ist nicht nur die Prognose des Wetters auf der Erde für uns wichtig, sondern auch das im Weltall. Denn Auswürfe der Sonnenatmosphäre können sich auch auf der Erde bemerkbar machen und Störungen verursachen.

Eruptionen in der Korona, einer Atmosphärenschicht der Sonne, können Satelliten, Flugverkehr und Stromversorgung auf der Erde stören. Astrid Veronig, Astrophysikerin an der Uni Graz, beschäftigt sich mit Prognosen, um Vorkehrungen zu treffen.

Sonneneruptionen und ihre Auswirkung

Was haben Sie entdeckt?

Astrid Veronig: Wir haben herausgefunden, wie Massenauswürfe in der Sonnenkorona entstehen. Sie nehmen ihren Anfang aus vielen kleinen magnetischen Flussröhren von einigen Tausend Kilometern Durchmesser. Ähnlich einem Schneeballeffekt wachsen daraus immer großräumigere Strukturen, die in weniger als einer Stunde ein Ausmaß von Millionen Kilometern erreichen. Die Einsichten tragen dazu bei, diese Eruptionen besser zu verstehen und genauere physikalische Modelle zu entwickeln. 

Wo kann Ihre Forschung Anwendung finden?

Astrid Veronig: Auswürfe von Materie und Magnetfeld, plötzliche Strahlungsausbrüche sowie die Beschleunigung hochenergetischer Teilchen der Sonne können auf der Erde großen Schaden anrichten. Störungen betreffen Satelliten, Flugverkehr, Stromversorgung und Telekommunikation. Zuverlässige Beobachtungen und Prognosen sind entscheidend, um sich dagegen rechtzeitig zu wappnen. 

Welche offenen Fragen würden Sie gerne beantworten?

Astrid Veronig: Die Sonnenaktivität unterliegt starken Schwankungen. Mich würde interessieren, wie stark die größten Ausbrüche sind, die unsere Sonne hervorbringen kann. Und wie wir solche Ausbrüche auch auf anderen, sonnenähnlichen Sternen verlässlich nachweisen können.

Sonnenforscherin Astrid Veronig
© Uni Graz/Tzivanopoulos

Über den/die Forscher*In

Astrid Veronig ist Sonnenforscherin. Sie hat sich als erste Frau an der Universität Graz im Fach Astrophysik habilitiert. Ihr Spezialgebiet sind Sonneneruptionen und das Weltraumwetter. Veronig leitet das Uni-Graz-Observatorium Kanzelhöhe für Sonnen- und Umweltforschung in Kärnten.