Wird es bald wieder Mega-Events geben?

Großevents sind für 2021 eher unwahrscheinlich. Sind kleinere Veranstaltungen mit gut durchdachten Sicherheitskonzepten denkbar?

Sicherheitskonzepte als Retter

Während Großevents für 2021 eher unwahrscheinlich sind, sind kleinere Veranstaltungen mit durchdachten Sicherheitskonzepten durchaus denkbar. Mit welchen Problemen kämpft die Veranstaltungsszene aktuell und wie sind die Aussichten für 2022?

Wann es wieder große Events geben wird, hängt sicher stark von den sich nach wie vor laufend verändernden Rahmenbedingungen ab. Mega-Events wird es in diesem Jahr wohl keine mehr geben; mit etwas Glück und innovativen Ideen aber vielleicht die einen oder anderen, unter „kontrollierten“ Bedingungen stattfindenden, kleineren Veranstaltungen. Letztere gab es schon im Sommer 2020. Mit geeigneten Hygiene-Konzepten, Abstandsregeln, einem sogenannten Reintesten, dem Nachweis eines Impf- bzw. Schutztiters sollte das im Sommer 2021 auch wieder möglich sein.

Online-Streaming und kleine Events

Aber große Festivals wird es 2021 sehr wahrscheinlich keine geben. Dafür sind auch die Vorlaufzeiten für die diversen Planungs- und Vorbereitungsarbeiten bereits zu weit fortgeschritten. Man darf nicht vergessen, dass die Events im vorigen Sommer bereits voll durchgeplant waren und daher ab Frühjahr 2020 entsprechend adaptiert und abgespeckt werden konnten.

Heute befinden wir uns aber in der Situation, dass viele Veranstalter*innen ihre Planungsarbeiten für 2021 praktisch eingefroren haben oder aber, falls überhaupt, ausschließlich Online-Streaming und kleine Events einplanen. Veranstalter*innen haben von der Gastronomie gelernt und bieten Kunst- und Kulturevents als digitales Erlebnis direkt ins eigene zu Hause geliefert an.

Neustart der Veranstaltungs-Szene

Der Mensch ist ein soziales Wesen, daher kann man davon ausgehen auch in der „neuen“ Normalität wieder Mega-Events und Massenzusammenkünfte zu sehen. Es wird wohl einen Neustart der Veranstaltungs-Szene geben.

Eine spannende Frage dabei ist, ob es dieselben Anbieter sein werden und welche Veranstalter*innen den ökonomischen Schock überhaupt überleben werden. Aber auch hier bieten solch folgenschwere Krisen (wie in vielen anderen Branchen auch) die Chance für neue Ideen und die Entwicklung nachhaltiger(er) Konzepte, anstatt danach einfach wieder zur üblichen Tagesordnung überzugehen.

Konkurswelle droht

Entscheidend für das betriebswirtschaftliche Überleben vieler Veranstalter*innen im Jahr 2020 dürfte zunächst einmal die Gutscheinlösung gewesen sein. Das war enorm wichtig für die Zahlungsfähigkeit der Betriebe. Vieles in der nahen Zukunft wird nun auch davon abhängen, wie es hier weitergeht. Werden die Laufzeiten dieser Gutschriften verlängert? Gibt es hier auch eine allfällige Haftung des Staats? Mit den Gutscheinen verhält es sich ja wie mit Verbindlichkeiten, falls diese im großen Stil aufgelöst und ausbezahlt werden müssen, droht eine Konkurswelle.

Live-Großveranstaltungen 2022

Mit etwas Glück beim weiteren Verlauf der Pandemie und einer raschen Verbesserung des Immunitätsstatus weiter Bereiche der Bevölkerung werden wir dann hoffentlich 2022 wieder Großveranstaltungen live genießen können.

Professor Thomas Reutterer Wirtschaftsuniversität Wien
© Studio Huger

Über den/die Forscher*In

Univ.-Prof. Thomas Reutterer ist Professor für Marketing an der Wirtschaftsuniversität Wien und leitet das Institut für Service Marketing and Tourism. Seine Interessen in Forschung, Lehre und Unternehmensberatung liegen in den Bereichen Handels- und Dienstleistungsmarketing, Kundenwert- und Beziehungsmanagement sowie Marketingmodelle zur Kundenstammanalyse.