Wo sind wann, wie viele und welche RadfahrerInnen in Salzburg unterwegs?

Der Radverkehr gilt als wichtiger Bestandteil der angestrebten Energie- und Mobilitätswende. Um die Maßnahmen entsprechend der tatsächlichen Bedürfnisse von RadfahrerInnen planen und Fördermittel effizient einsetzen zu können, braucht es aktuelle Entscheidungsgrundlagen. Im Forschungsprojekt Bicycle Observatory wurden nun für den Großraum Salzburg notwendige Fahrraddaten erhoben, ausgewertet und bereitgestellt.

Den Radverkehr im Blick: Daten als wichtige Entscheidungsgrundlage

Mittels mobiler Anwendungen, Mobilitätserhebungen und Gruppeninterviews wurden in der Großregion Salzburg Bewegungsdaten erhoben und zusammengeführt. Dafür griffen die Forscherinnen und Forscher auf Methoden der Geoinformatik zurück: „Die räumliche Koordinate diente als gemeinsamer Schlüssel für sämtliche Daten. Der Vorteil dieses Ansatzes liegt in der Unabhängigkeit von den jeweiligen Domänen, in denen die Daten ursprünglich erhoben und verarbeitet wurden“, sagt Projektleiter Martin Loidl vom Fachbereich Geoinformatik – Z_GIS an der Universität Salzburg.

Um die gesammelten Daten darzustellen, wurde ein sogenanntes Dashboard entwickelt: „Dabei wurden Daten und Analyseergebnisse in Form von Karten, Diagrammen und Kennzahlen übersichtlich aufbereitet“, erläutert Sven Leitinger, Forscher im Bereich Mobility & Transport Analytics bei Salzburg Research.

Radfahrer*innen sind höchst unterschiedlich: Vier Fahrrad-Typen

In einem so genannten Mixed-Method Ansatz wurden aus unterschiedlichen Datenquellen verschiedene Radfahrtypen abgeleitet. Dazu wurden über 1.000 Personen zu ihrem Mobilitätsverhalten sowie ihren Lebensstilen befragt. Bei dieser Analyse kristallisierten sich vier Typen von RadfahrerInnen heraus, die sich in ihrer Haltung sowohl gegenüber dem Radfahren als auch in ihrem Mobilitätsverhalten merklich unterscheiden.

Sind Sie mehr Margit, Basti, Lisa oder Volker? „Die vier Radfahr-Typen helfen als stilisierte Modelle die Heterogenität der Radfahr-Community deutlich erkennbar zu machen. Die einzelnen Typen unterscheiden sich stark darin, ob sie eher im Alltag oder in der Freizeit fahren. Auch ob das Radfahren eher Leidenschaft oder nur Fortbewegungsmittel ist oder ob sie nur bei Sonnenschein oder auch bei Schlechtwetter am Rad unterwegs sind.

Über Bicycle Observatory

Im Forschungsprojekt „Bicycle Observatory – Am Puls der Fahrradmobilität“ wurde in den vergangenen Monaten durch die Zusammenführung von technischen und sozialwissenschaftlichen Daten ein räumlich differenziertes Lagebild des Radverkehrs erstellt. Damit sollte der Radverkehr als Gesamtsystem sowie dessen Heterogenität innerhalb der Gruppe der RadfahrerInnen besser verstanden werden. Die Erkenntnisse, die im Testraum Salzburg erhoben wurden, lassen sich allgemein anwenden. Das Forschungsprojekt Bicycle Observatory wurde im Programm „Mobilität der Zukunft“ vom Klimaschutzministerium (Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie) gefördert.

Folgende Institutionen arbeiten im Rahmen des Projektes zusammen:

Paris Lodron Universität Salzburg – Fachbereich Geoinformatik Z_GIS (Projektleitung).
Dr. Martin Loidl promoviertes 2017 in Angewandter Geoinformatik. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Wechselwirkung zwischen Mobilität und dem räumlichen Umfeld. Seit 2013 leitet er operativ die Forschungsgruppe Mobility Lab am Fachbereich Geoinformatik, Z_GIS der Universität Salzburg. Nach seinem Grundstudium in Geographie, studierte Martin Loidl Landschafts-, Regional- und Stadtmanagement sowie Angewandte Geoinformatik. Er arbeitete in einem Raum- und Umweltplanungsbüro, bevor er 2009 am Fachbereich Geoinformatik, Z_GIS als tätig wurde

Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH
Sven Leitinger hat an der Karl Franzens Universität Graz Geographie studiert und arbeitet seit 2004 bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH. Seine Schwerpunkte sind Erfassung und Analyse von Mobilitätsdaten unterschiedlicher Verkehrsmittel. Seit 2014 arbeitet er an Datenanalysen zum Thema Fahrrad.

Helios – Agentur für nachhaltige Mobilität sowie PRISMA solutions EDV-Dienstleistungen GmbH.

Das Forschungsprojekt Bicycle Observatory wurde gefördert vom Klimaschutzministerium im Programm „Mobilität der Zukunft“.

Doktor Martin Loidl
@ Simon Haigermoser

Über den/die Forscher*In

Dr. Martin Loidl promoviertes 2017 in Angewandter Geoinformatik. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Wechselwirkung zwischen Mobilität und dem räumlichen Umfeld. Seit 2013 leitet er operativ die Forschungsgruppe Mobility Lab am Fachbereich Geoinformatik, Z_GIS der Universität Salzburg. Nach seinem Grundstudium in Geographie, studierte Martin Loidl Landschafts-, Regional- und Stadtmanagement sowie Angewandte Geoinformatik. Er arbeitete in einem Raum- und Umweltplanungsbüro, bevor er 2009 am Fachbereich Geoinformatik, Z_GIS als tätig wurde.
Sven Leitinger
@ Bryan Reinhart

Über den/die Forscher*In

Sven Leitinger hat an der Karl Franzens Universität Graz Geographie studiert und arbeitet seit 2004 bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH. Seine Schwerpunkte sind Erfassung und Analyse von Mobilitätsdaten unterschiedlicher Verkehrsmittel. Seit 2014 arbeitet er an Datenanalysen zum Thema Fahrrad.